Seine zweite Moderation der Awards
Der stille Klassenclown: Oscar-Host Conan O'Briens Karriere im Überblick
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von teleschauConan O'Brien moderiert in der Nacht zum 16. März zum zweiten Mal in Folge die Oscars.
Bild: 2025 Getty Images / Michael Loccisano
Conan O'Brien ist längst eine Legende unter den Talkshow-Hosts im US-Fernsehen. Dabei sieht er sich selbst gar nicht als Entertainer - schon gar nicht als politischer. Vielleicht ist das das Erfolgsgeheimnis des Oscar-Moderators.
"Politische Satire war nie im Zentrum meines Comedy-Gehirns", sagt Conan O'Brien über sich in einem Interview mit der Zeitung "The New Yorker". Er sei viel mehr von alten Filmen und Cartoons inspiriert. Die Zeitschrift "Gala" nannte ihn einst "das wandelnde Augenzwinkern des US-Fernsehens". O'Brien macht sich gerne lustig - vor allem aber über sich selbst. Und er ist bekannt für seinen schrägen Humor.
Vielleicht hat ihm dieses Image im vergangenen Jahr im stolzen Alter von 61 Jahren zu seinem Debüt als Oscar-Host verholfen. Neben der Tatsache, dass Conan O'Brien in der Unterhaltungsbranche seit mehr als 30 Jahren erfolgreich ist. Auch 2026 wird er wieder durch die Verleihung der Academy-Awards führen. ProSieben überträgt die Show in der Nacht zum 16. März live.
Vormerken: Die Oscar-Verleihung in der Nacht vom 15. auf den 16. März 2026 ab 23:45 Uhr ansehen
Er brachte seine Mitschüler:innen zum Lachen - aber nicht als Pausenclown
Conan O'Brien kam in Brookline im US-Bundesstaat Massachusetts als drittes von sechs Kindern einer Anwältin und eines Arztes zur Welt. Die Stadt in der Nähe von Boston ist vornehmlich bekannt als Geburtsort der Kennedy-Brüder John F. und Robert. Der junge Rotschopf Conan lernte in der Schule schnell, die Klasse zum Lachen zu bringen. Nicht durch laute Sprüche oder alberne Streiche, sondern durch lustige Geschichten. "Ich war nicht der Klassenclown. Ich war sehr zurückhaltend", verriet der Comedian in "The New Yorker". "Aber ich fing an, kleine Theaterstücke und witzige Storys zu schreiben."
Sein höchstes Ziel sei es immer gewesen, den Vater am Küchentisch zum Lachen zu bringen - was ihm oft gelang. Aber der Moderator erzählt auch oft die Anekdote, wie Vater O'Brien, Professor an der Harvard Medical School, zu ihm sagte: "Jetzt verstehe ich das. Du hast aus etwas einen Beruf gemacht, das eigentlich behandelt gehört."
Immer up-to-date zu den Oscars
Conan O'Brien ging nach Harvard - und schrieb für das dortige Satiremagazin
Zunächst wählte Conan O'Brien den akademischen Weg, wie seine Eltern. An der Harvard University machte er seinen Abschluss in US-amerikanischer Literatur und Geschichte - und verfasste nebenbei Beiträge für das Campus-eigene Magazin "Harvard Lampoon". Später schlug er sich zunächst mit wenig glamourösen Jobs in Dauerwerbesendungen durch - bis er Gag-Schreiber bei der legendären TV-Show "Saturday Night Live" wurde.
1991 war er dann als Autor und Produzent bei der Serie "The Simpsons" tätig - ehe er 1993 in ganz kaltes Wasser sprang. Beim Sender NBC trat Conan O'Brien die Nachfolge einer echten Legende an: David Letterman. Dieser hatte dem Talkformat "Late Night" seit 1982 zu ungeahnter Popularität verholfen.
Der irische, mit schrägem Humor ausgestattete Wirbelwind als Nachfolger für den seriösen Letterman? Fans der Show waren skeptisch. Doch nach und nach wurde "Late Night with Conan O'Brien" zum Erfolg - der sogar mit einem Emmy gekrönt wurde. O'Brien blieb dem Talkformat 16 Jahre treu.
Das "Tonight Show"-Desaster und das tiefe Loch
Dann folgte ein Karriereschritt, der sich zunächst als unerwarteter Flop erwies. 2009 trat Conan O'Brien die Nachfolge von Jay Leno in "The Tonight Show" an - dem Platzhirsch unter den US-Talkshows. Doch nach wenigen Monaten war Schluss. Die Senderchefs waren mit der Quote unzufrieden. Auch Lenos neue Sendung lief suboptimal. Als "The Tonight Show" durch "The Jay Leno Show" ersetzt und ins Spätprogramm degradiert werden sollte, verweigerte O'Brien seine Zustimmung. Er wurde mit 32 Millionen Dollar abgefunden, fiel jedoch mental in ein tiefes Loch.
Später enthüllte der Comedian in seinem eigenen Podcast "Conan O'Brien Needs A Friend", dass er zu Beginn seiner Karriere unter Depression und Angstgefühlen gelitten habe, die ihn nie ganz verlassen hätten. In seiner dunkelsten Stunde war es ausgerechnet ein anderer Comedian, der für ihn da war, wie O'Brien in seinem Format berichtete: Robin Williams. "Ich lag auf dem Boden meines Wohnzimmers, als mein Telefon klingelte", so der Talkshow-Host. "Ich weiß bis heute nicht, woher er meine Nummer hatte. Er sprach mir Mut zu." Williams wusste von O'Briens Leidenschaft fürs Rennradfahren und hatte für ihn in einem Bike Shop in Santa Monica ein ganz spezielles Modell anfertigen lassen - "In irischen Farben, übersät mit Kleeblatt-Motiven", erinnerte sich der 62-Jährige. Die Geste habe ihn sehr berührt.
Neue Show - und 2021 der Abschied
Ich glaube, ich erreiche jetzt mehr Menschen, entweder durch den Podcast oder durch die Reisesendung. Ich habe diese Freiheit, ich selbst zu sein, auf verschiedene Weise, in verschiedenen Formaten.
Bald wendete sich das Blatt für das Multitalent. Am 8. November 2010 startete "Conan", die neue Late-Night-Show von Conan O'Brien, auf dem Sender TBS. Bis 2021 blieb er dem Format treu, dann zog er einen Schlussstrich. Seitdem konzentriert sich der Comedian auf seinen Podcast, der seit 2018 läuft. Zudem ist er regelmäßig auf Tournee. "Ich hatte eine wunderbare Zeit", sagt er zurückblickend in "The New Yorker".
Was man in seinen Formaten, und auch bei den Oscars, von ihm erwarten kann: absurden Humor, oft um die Ecke gedacht. Was nicht: Parodien auf Präsident Donald Trump. Seine Begründung: Dessen Auftritte und Reden im wahren Leben seien verrückt genug. "Das noch parodieren? Finde ich nicht lustig", argumentiert er in "The New Yorker".
O'Brien ist seit 2002 mit der Werbefachfrau Liza Powel O'Brien verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder: Neve, geboren 2003, und Beckett, geboren 2005.
Die Sendung "Oscar Academy-Awards - Live aus L.A." wird am Montag, 16. März ab 0 Uhr auf ProSieben ausgestrahlt und ist zeitgleich im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar. Zuvor läuft ab 23:30 Uhr "Oscar-Countdown - Live vom Red Carpet".
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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