Als Jugendliche vor der Kamera
Eva Mattes früher: So sah der "Tatort"-Star in den 1970ern aus
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von Johanna BeißelSie war mal blond! Eva Mattes hat für ihre Rollen öfter den Look gewechselt.
Bild: IMAGO IMAGES/Horst Galuschka/ADBP-MEDIA/United Archives/Adobe Stock/Amer
Eva Mattes stand bereits als Teenie vor der Kamera. Mit langen dunklen Haaren, großen Augen und einer natürlichen Ausstrahlung sah der heutige "Tatort"-Star damals noch deutlich anders aus.
Vom Kinderstar zur Charakterdarstellerin
Eine klassische Schauspielausbildung brauchte Eva Mattes für ihren frühen Erfolg offenbar nicht. Bereits als Kind sammelte sie erste Erfahrungen als Synchronsprecherin. Nicht nur Timmy aus "Lassie", sondern auch Pippi Langstrumpf lieh Eva Mattes ihre Stimme. Auch beim bekannten deutschen Titellied der Serie ist sie zu hören.
Mit zwölf Jahren stand Mattes erstmals auf der Bühne, wenig später folgten erste Rollen vor der Kamera. Dabei waren die Voraussetzungen nicht unbedingt ideal, wie sie rückblickend im Gespräch mit dem SWR erzählte: "Dabei hatte ich damals noch meinen Sprachfehler, konnte noch nicht richtig atmen."
Eva Mattes im "Tatort"

Wofür es sich zu leben lohnt
Was ihr an Erfahrung fehlte, machte sie mit "Naivität" und "absoluter Spielfreude" wett. Erst später ließ sie sich in Sprech- und Atemtechnik sowie in Gesang unterrichten. Eine Schauspielschule besuchte sie nie. Ganz fremd war ihr die Branche allerdings nicht: Ihre Mutter Margit Symo war Schauspielerin, ihr Vater Willy Mattes Filmkomponist.
Ihre frühen Rollen sorgten für Aufsehen
Ihr Kameradebüt gab Mattes 1967 noch unter dem Namen Evi Mattes in dem Fernsehfilm "Der Tag, an dem die Kinder verschwanden". Schon wenige Jahre später war sie Teil eines handfesten Berlinale-Skandals.
In Michael Verhoevens Antikriegsfilm "o.k." spielte sie die Vietnamesin Phan Ti Mao, die von US-Soldaten vergewaltigt und getötet wird. Der Streit um den Film und der Umgang der Jury damit führte 1970 zu heftigen Protesten. Schließlich trat die Jury zurück, das Festival wurde vorzeitig beendet und es wurden keine Preise vergeben.
Mattes' Karriere schadete die Kontroverse nicht. Kurz darauf wechselte sie ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg und spielte dort unter anderem in der Uraufführung von Franz Xaver Kroetz' "Stallerhof".
In "Wildwechsel" wurde Eva Mattes zum Fassbinder-Star
Mit dunklen Haaren und intensivem Blick spielte Eva Mattes in "Wildwechsel" die jugendliche Hanni.
Bild: ADBP-MEDIA
1972 arbeitete Mattes gleich zweimal mit Rainer Werner Fassbinder zusammen. In "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" war sie als Gabriele, die Tochter der Titelfigur, zu sehen. Eine noch größere Rolle übernahm sie in "Wildwechsel".
Darin spielte sie die erst 14-jährige Hanni, die eine Beziehung mit dem fünf Jahre älteren Franz beginnt und ihn schließlich dazu bringt, ihren Vater zu erschießen. Die Rolle war provokant, schonungslos und weit entfernt von leichter Fernsehunterhaltung. Genau solche Figuren machten Mattes zu einer wichtigen Darstellerin des Neuen Deutschen Films.
Ihre jugendliche Erscheinung stand dabei in einem deutlichen Kontrast zu der drastischen Geschichte. Bei den Dreharbeiten war Eva Mattes selbst erst 17 Jahre alt.
In "Supermarkt" überrascht sie mit blonden Haaren
Kaum wiederzuerkennen: Für ihre Rolle als Monika in "Supermarkt" trug Eva Mattes eine blonde Perücke.
Bild: United Archives
Dass Eva Mattes sich äußerlich nicht auf einen bestimmten Typ festlegen ließ, zeigte sie 1973 in "Supermarkt". In dem Drama verwandelte sie sich mit einer blonden Perücke in die Prostituierte Monika. Die Figur wird zur großen Liebe des 18-jährigen Willi, der sich auf dem Hamburger Kiez durchschlägt.
"Woyzeck" zeigte ihre ernste Seite
Als Marie in "Woyzeck" stand Eva Mattes an der Seite von Klaus Kinski vor der Kamera.
Bild: Everett Collection
Auch in den folgenden Jahren blieb Mattes den intensiven Charakterrollen treu. Werner Herzog besetzte sie 1977 als Prostituierte Eva in "Stroszek". Zwei Jahre später stand sie für dessen Büchner-Verfilmung "Woyzeck" gemeinsam mit Klaus Kinski vor der Kamera.
Als Marie zeigte sie eine ernstere und reifere Seite. Auch ihr Äußeres war deutlich zurückgenommener als in "Supermarkt". Für ihre Darstellung wurde sie beim Filmfestival in Cannes als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Vom Neuen Deutschen Film zum Bodensee-"Tatort"
Während Mattes ihre Filmkarriere vorantrieb, blieb sie auch dem Theater treu. Sie spielte unter anderem am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Berliner Ensemble und am Wiener Burgtheater. Einem Millionenpublikum wurde sie später jedoch als Kriminalhauptkommissarin Klara Blum bekannt.
In 'Tatort: Bluthochzeit' ruft der Regisseur statt Schüsse zu simulieren 'Schuss!', um die knallphobische Kommissarin Eva Mattes nicht aufzuregen.
Bild: picture alliance / dpa
Von 2002 bis 2016 ermittelte sie im Konstanzer "Tatort". An ihrer Seite war lange Zeit Sebastian Bezzel als Kai Perlmann, der sie während der Dreharbeiten unterstützte. Klara Blum löste ihre Fälle nicht mit großen Gesten, sondern mit Ruhe, Beharrlichkeit und einem genauen Blick für ihr Gegenüber. Nach insgesamt 31 Fällen verabschiedete sich Mattes vom Bodensee-Krimi.
Als Eva Lorenz zeigt sie erneut ihr Kämpferherz
Eva Mattes (r.) übernimmt bei "Lena Lorenz" die Rolle der Eva Lorenz. Bettina Redlich (l.) spielt ihre Schwester Liz White.
Bild: ZDF/Walter Wehner
Seit 2015 gehört Eva Mattes zur Stammbesetzung von "Lena Lorenz". Als Mutter der Hebamme Lena Lorenz, die inzwischen von Judith Hoersch gespielt wird, hält sie den Familienhof in Himmelsruh zusammen.
Eva Lorenz ist resolut, eigenwillig und bisweilen ausgesprochen stur. Gleichzeitig besitzt sie ein großes Kämpferherz und lässt sich von Rückschlägen nicht so leicht unterkriegen. Damit passt die Rolle bestens zu Mattes: Schon zu Beginn ihrer Karriere waren es vor allem starke und widersprüchliche Frauenfiguren, mit denen sie vor der Kamera überzeugte.
Ihre Begeisterung für die Schauspielerei hat sie über die Jahrzehnte nicht verloren. Im Gespräch mit dem SWR brachte sie ihre besondere Verbindung zu ihrem Beruf auf den Punkt: "Ich bin geboren, um Schauspielerin zu werden."
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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