Endzeitstimmung

"Da heulen nicht nur die Wölfe": So hart gehen die Fans mit Corinna Harfouchs letztem "Tatort" ins Gericht

Aktualisiert:

von Sylvia Loth

Susanne Bonard (Corinna Harfouch) wird im "Tatort: Gefahrengebiet" von Selbstzweifeln geplagt und lässt ihren Kollegen Robert Karow (Mark Waschke) allein ermitteln.

Bild: rbb/Conny Klein


Der "Tatort" steht derzeit beim Publikum unter Dauerbeschuss. Zum Abschied von Corinna Harfouch als Kommissarin Bonard wurde besonders scharf abgerechnet - trotz schaurig-schöner Bilder.


+++ Update, 2. Februar 2026 +++

"Kokolores": Corinna Harfouchs Abschied sorgt für Frust

"Griff ins Klo", "deppert", "totaler Blödsinn", "Da heulen nicht nur die Wölfe" gehören zu den fast netten Reaktionen, die schon während der Ausstrahlung auf Facebook zu sehen waren. Obwohl die "Tatort"-Folge "Gefahrengebiet" mit einer für einen Sonntagabend schon ziemlich zerfledderten Leiche, Sex und schaurig-schönen Bildern aufwartete, kam er bei den meisten Zuschauer:innen überhaupt nicht gut an.

Kritisiert wurde vor allem fehlende Spannung, die Storyline und auch das Thema "zu viel nackte Haut". Dennoch erfreute es viele Kommentierende, dass Corinna Harfouch keinen Serientod sterben musste. Einige Leute interessierte es jedoch nicht sonderlich, wie ihr "Tatort"-Aschied vonstatten ging, und schalteten schon vorher ab - oder um: "Bin sogar kurzfristig zu Dschungelcamp gewechselt, und das will schon was heißen".

Die meisten Kommentare pendelten zwischen "schlecht", "langweilig" und "Kokolores". Auch die Nacktszenen mit zwischen Kommissar Karow (Mark Waschke) und dem Verdächtigen Noah (Nils Kahnwald) kamen stießen auf Unmut. Vor allem bemängelten die Zuschauer:innen, wie schon so oft: zuviel Psycho, zu wenig Krimi. Typisches Beispiel: "Wanted! Gesucht wird ein "'Tatort' im Krimi-Format. Gerne so etwas wie Mord in reicher Großfamilie ,und zum Schluß war es der Gärtner. Die ganze Geschichte bitte ohne Psychoquatsch und sonstigem gesellschaftlich/politischen Gedöns!"


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+++ Ursprünglicher Artikel +++

"Tatort: Gefahrengebiet": Darum ging es

Edda Odin (Catherine Stoyan) findet am Berliner Teufelsberg eine männliche Leiche. Sie ist dort regelmäßig mit ihren zwei Hunden unterwegs und ist überzeugt, einen Wolf gesehen zu haben. Während Staatsanwältin Sara Taghavi (Jasmin Tabatabai) wegen der möglichen Gefahr durch ein Wildtier Alarm schlägt, bleibt Kommissar Robert Karow (Mark Waschke) skeptisch und schließt menschliches Fremdverschulden nicht aus. Der rational denkende Kommissar will keine voreiligen Entschlüsse ziehen. Die Ermittlungen laufen trotz öffentlicher Wolfs-Hysterie nüchtern weiter. Neben dem Fall beschäftigt seine Kollegin Susanne Bonard (Corinna Harfouch) etwas ganz anderes: Ihr bevorstehender Ruhestand, der sie in eine Sinnkrise stürzt. Auf der Suche nach sich selbst begibt sie sich auf einen Survival-Trip und kommt dort der Lösung des Verbrechens auf die Spur.

Wolf oder Mensch?

Schnell verbreitet sich die These, dass eine Wölfin aus einem nahen Naturschutzgebiet ausgebrochen sei und den Toten so zugerichtet habe. Doch Kommissar Karow will nicht so recht an die Wolfs-Theorie glauben. Zwar sprechen die Bissspuren an Beinen und der beinahe abgetrennte Kopf durchaus für einen Wolf, doch Karow will davon nichts wissen. Auch Susanne Bonard zeigt sich von der Wolfs-Hysterie genervt.

Als die Ermittler:innen ganz in der Nähe des Leichenfundortes auf Dara Kimmerer (Anne Ratte-Polle) und Noah Farrell (Nils Kahnwald), die sich in der Wildnis im Überlebenstraining üben, treffen, nimmt der Fall eine Wende …

Abschied von Kommissarin Susanne Bonard

Kommissarin Susanne Bonard steht kurz vor ihren letzten Ermittlungen. In drei Tagen geht sie in den wohlverdienten Ruhestand und steckt deswegen in einer Sinnkrise. Sie ist in Endzeitstimmung. Als sie auf ihr Leben zurückblickt, fragt sie sich, ob der Stress im Job und die Vernachlässigung ihrer Familie es wirklich wert waren. Sie sehnt sich nach Ruhe und beschließt, ein paar Tage in der Wildnis zu verbringen, gibt aber niemandem Bescheid, sodass sich ihr Mann und ihre Kollegen große Sorgen machen. Als sie sich auf das Überlebenstraining einlässt, stellt sie sich in Begleitung von Wildnislehrerin Dara Kimmerer ihren Ängsten und Sorgen. Als wäre das nicht schon nervenaufreibend genug, entdeckt sie in Kimmerers Ausrüstung ein blutiges Beil, das zur Kopfwunde des Getöteten passen könnte.

Verschollen

Staatsanwältin Sara Taghavi (Jasmin Tabatabai, r.) befragt Robert Karow (Mark Waschke) zum Verbleib seiner verschollenen Kollegin.

Bild: rbb/Conny Klein


Blick hinter die Kulissen

Bereits vor zwei Jahren erklärte Harfouch gegenüber der Tageszeitung "Augsburger Allgemeine", dass sie nur für eine begrenzte Zahl von sechs Fällen zur Verfügung stehen würde. "Es wäre ja auch absurd, wenn ich mit 75 immer noch 'Tatort'-Kommissarin wäre und im Rollstuhl die Verbrecher jage", so die Schauspielerin, die mittlerweile 71 Jahre alt ist.

Gedreht wurde der letzte Fall mit Corinna Harfouch als Kriminalhauptkommissarin Susanne Bonard vom 22. Oktober bis zum 20. November 2024 in und um Berlin. Als Schauplätze dienten neben dem ehemaligen Flughafen Tegel, Berlin Mitte und Berlin-Grunewald.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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