"Fühlt sich richtig an"
Emotionaler Rückblick von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl auf über 100 "Tatort"-Fälle
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von spot on news"Tatort: Unvergänglich" wird der letzte Fall von Franz Leitmayr (li., Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec).
Bild: BR/NEUESUPER GmbH/Hendrik Heiden
An Ostern hat eine Ära geendet: Nach 35 Jahren lösten die Münchner "Tatort"-Kommissare ihren letzten Fall. In einem Interview blicken Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl auf ihre gemeinsame Zeit zurück - und verraten, warum sie gerade jetzt aufhören.
Den "Tatort" streamen
Nach 35 Jahren und genau 100 Fällen verabschiedete sich das Münchner "Tatort"-Duo Leitmayr und Batic an den Osterfeiertagen von seinem Publikum. In einem Rückblick mit der "Bild"-Zeitung ziehen Miroslav Nemec (71) und Udo Wachtveitl (67) nun Bilanz über eine Ära, die im November 1989 - nur wenige Tage nach dem Mauerfall - ihren Anfang nahm.
Der richtige Moment für das Ende
Dass daraus ein Lebenswerk werden würde, hätten beide damals nicht für möglich gehalten. "Wir sind sehr glücklich und dankbar, dass wir so eine gute Zeit zusammen hatten", sagt Miroslav Nemec heute. Für Udo Wachtveitl war der "Tatort" schlicht ein "großes Glück".
Den Zeitpunkt für den Ausstieg haben die beiden bewusst gewählt, um den Abschied nicht hinauszuzögern, bis das Interesse schwindet. Wachtveitl erklärt dazu: "Da irgendwann sowieso Schluss ist, hören wir doch am besten auf zu einem Zeitpunkt, wo die Leute noch sagen: 'Ach schade ...'"
Nicht immer Einigkeit hinter den Kulissen
Hinter den Kulissen herrschte nicht immer nur Einigkeit - und das war durchaus gewollt. Die beiden Kommissare agierten von Beginn an auf Augenhöhe, was für die damalige Krimi-Landschaft ungewöhnlich war. "Keine Hierarchie. Deshalb haben wir uns auch mehr gekloppt. Wir hatten mehr Konflikte", erinnert sich Nemec. Diese Reibungspunkte flossen oft direkt in die Szenen ein.
Auch wenn sie sich privat gut verstehen, pflegt das Duo seinen ganz eigenen Humor. Auf die Frage, ob sie sich von Anfang an gut verstanden hätten, scherzt Wachtveitl:
Wir verstehen uns heute noch nicht gut.
Nemec ergänzt lachend: "Besser wird es nicht mehr."
Rückblick auf das Erbe
Die 100 Folgen verstehen die beiden auch als ein Zeitdokument der Bundesrepublik. Von der Mode bis hin zu gesellschaftlichen Rollenbildern lasse sich vieles ablesen. Dennoch bleibt Wachtveitl gewohnt bodenständig, was den eigenen Status angeht: "Wir sind nicht unsterblich geworden. Da habe ich keine Illusionen. Wir sind irgendwann vergessen."
Miroslav Nemec sieht das etwas optimistischer und hofft, dass sie "irgendwo im kollektiven Bewusstsein" bleiben. Dass der Abschied nach so langer Zeit nicht spurlos an ihm vorbeigeht, gibt er offen zu: "Manchmal bemerke ich eine gewisse Melancholie."
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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