Ex-"Tatort"-Kommissar
Kurz nach dem Münchner "Tatort"-Aus: Miroslav Nemec spricht bereits von Rückkehr
Aktualisiert:
von Filiz Tamara Boga; C3 NewsroomMiroslav Nemec: ehemaliger Kommissar des Münchner "Tatort".
Bild: picture alliance/dpa
Ein neuer Lebensabschnitt hat für Miroslav Nemec begonnen, doch ans Aufhören denkt der Ex-"Tatort"-Star noch lange nicht. Beim Münchner Filmfest sprach Nemec mit Joyn über seine "Tatort"-Rente und neue Projekte. Auch eine Rückkehr zu der ARD-Krimireihe schließt er nicht aus.
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Von klassischem Ruhestand kann bei Schauspieler Miroslav Nemec auch nach seinem "Tatort"-Abschied derzeit kaum die Rede sein. Im Joyn-Interview erzählt der gebürtige Kroate, dass er aktuell viel rumkommt. Im Moment ist der 70-Jährige viel mit seiner neuen Biografie auf Lesungen und Events unterwegs. So war der frühere TV-Kommissar zuletzt unter anderem in Ulm bei einer "Kroatischen Nacht", bei der er einen kroatischen Autor las und Musik Teil des Programms war. Auch in München stand Miroslav Nemec schon wieder auf der Bühne. Beim Stadtteilfest in Sendling trat er mit seiner Band im großen Zelt auf.
Doch damit nicht genug: Der langjährige "Tatort"-Ermittler bereitet bereits neue Projekte für den Herbst vor. Es würden immer wieder Angebote hereinkommen, sagt Nemec, und dann lese er Drehbücher, um zu entscheiden, ob er eine Rolle annehmen möchte oder nicht. Er sei also weiter gut beschäftigt, entweder mit konkreten Vorbereitungen oder mit der Frage, was als Nächstes anstehen könnte.
"Tatort"-Rente, aber kein Karriere-Ende
Das Ende seiner Zeit beim Münchner "Tatort" betrachtet Nemec dabei durchaus entspannt. "Das war jetzt meine ‘Tatort‘-Rente. Meine persönliche war ja sogar noch davor", sagte er im Gespräch. Ein kompletter Abschied vom Beruf sei das für ihn aber keineswegs, unterstreicht der Schauspieler.
Seine Haltung begründet Nemec vor allem mit seiner beruflichen Herkunft vom Theater. "Wenn man vom Theater kommt, dann sieht man das als Selbstverständlichkeit, immer weiter zu machen", erklärt der Schauspiel-Star. Dort sei es ganz normal, auch im hohen Alter noch auf der Bühne zu stehen. Als Beispiel nennt Nemec den ältesten Kollegen am Residenztheater, der 97 Jahre alt gewesen sei. Das müsse zwar nicht seine persönliche Zielmarke sein, aber es zeige, wie selbstverständlich es für Schauspielerinnen und Schauspieler vom Theater sein könne, einfach weiterzuarbeiten.
Passend dazu blickt der Münchner "Tatort"-Veteran auch neugierig auf mögliche neue Rollen. Auf die Frage, was er sich noch wünschen würde, antwortete Nemec, dass er durchaus Lust auf einen Bösewicht hätte. Solche Figuren habe er früher oft gespielt. Er erinnert etwa an einen Kroaten, der sich in "Kommissarin Lucas" nach dem Krieg als Pfarrer versteckt habe. Grundsätzlich gelte für ihn: Er habe Lust auf alles, was ihm Spaß mache.
Miroslav Nemec kann sich eine Rückkehr zum "Tatort" vorstellen
Und auch eine Rückkehr zum "Tatort", wo er an der Seite von Udo Wachtveitl nach 100 Folgen und 35 Jahren den letzten Fall gelöst hatte, schließt Miroslav Nemec nicht aus. Im "BUNTE.de"-Interview sagt er drei Monate nach ihrem Abschied: "Über einen Gastauftritt wurde schon mal spekuliert. Die Zeiten verändern sich. Wir werden sehen, was auf uns zukommt."
Der 70-Jährige wird noch etwas konkreter: "Ich sehe es ganz entspannt. Ich muss es jetzt nicht machen, aber wenn was Schönes kommt, macht man es natürlich gern. Wir wollen ja nicht aufhören zu arbeiten. Das ist ja nur der Dienstschluss beim 'Tatort' gewesen."
Von 1991 bis 2026 spielten Nemec und Wachtveitl beim Münchner "Tatort" Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr. Der langjährige Kommissar der beiden, Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer) übernahm und wurde zum Hauptkommissar befördert.
Zwischen Familie, Büchern und neuen Projekten
Neben seinen beruflichen Projekten genießt Nemec aber auch Zeit mit seiner Familie. Er erzählt, dass zu Hause gerade der Schulalltag seiner Tochter eine Rolle spiele mit Englisch, das "tipptopp" gelaufen sei und Mathe, für das noch fleißig gelernt werde.
Außerdem nehme sich der Schauspieler endlich wieder Zeit zum Lesen und habe gerade ein 1200 Seiten starkes Buch begonnen, von dem er immerhin schon die ersten 100 Seiten geschafft habe. Auch daran zeigt sich: Sein Alltag ist zwar weiterhin voll, er lässt inzwischen aber auch mehr Raum für die Dinge, die im oft hektischen Künstlerleben zu kurz kommen. Statt Stillstand prägen Lesungen, Musik, Familie und neue Drehbücher seinen Alltag. Oder, um es mit seinen eigenen Worten zu sagen: "Ich hab nie ans Aufhören gedacht."
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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