Rollen, Realität und Rückgrat
"Mama ist die Best(i)e"-Star Elena Uhlig: "Als Schauspielerin könnte ich unsere Familie nicht ernähren"
Aktualisiert:
von C3 NewsroomElena Uhlig ist seit vielen Jahren eine Konstante in der deutschen TV-Landschaft.
Bild: IMAGO / Future Image
Im Interview spricht Elena Uhlig über Mut, Balance und darüber, was es heute wirklich heißt, Schauspielerin und Mutter zu sein.
Schauspielerin, Mutter, Autorin, Social-Media-Star: Elena Uhlig vereint viele Rollen. Neben ihrem Engagement im ZDF-Film "Mama ist die Best(i)e" überzeugt sie im "Bremerhaven-Krimi" als Zollamtfrau Katta Strüwer. Seit 2023 steht sie für Das Erste in der norddeutschen Hafenstadt vor der Kamera und zeigt, dass Ermittlungsarbeit auch jenseits von Mordkommission und Spurensicherung fesseln kann. Doch so sehr die 50-Jährige ihren Beruf liebt, so ehrlich blickt sie auch auf seine Schattenseiten, wie sie "web.de" in einem Interview verraten hat.
Vom Beruf als Schauspielerin könnte ich unsere Familie nicht ernähren.
Elena Uhlig über ihre Rolle
Teamgeist und Bodenhaftung prägen nicht nur ihre Rolle im "Bremerhaven-Krimi", sondern auch Elena Uhligs Haltung im echten Leben. Die Dreharbeiten im laufenden Hafenbetrieb beschreibt sie als herausfordernd, bestimmt von Sicherheitsauflagen und langen Tagen zwischen Containern und Kränen.
Es sei ein authentisches Umfeld - ganz anders als die glamourösen Studio-Settings, die viele mit Schauspielerei verbinden. Auch über ihre Rolle spricht sie im Interview offen. "Katta Strüwer ist sehr loyal und hat einen großen Teamgeist", verrät sie. "Sie ist eine Frau in der Mitte ihres Lebens, die ihren Beruf sehr ernst nimmt und versucht, ihr Team zusammenzuhalten."
In den neueren Folgen leide Katta an Haarausfall - ein sensibles Thema, das Uhlig nicht auf die leichte Schulter nimmt. "Wir wollten Katta, die bereits in der ersten Episode der Reihe immer mit Mütze zu sehen war, eine besondere Geschichte geben. So rückte die Rolle ihrer Mütze und die Frage, was dahintersteckt, entsprechend in den Fokus."
Dabei ging es uns weniger darum, eine Krankengeschichte zu erzählen, sondern vielmehr um die Tatsache, was Haarausfall mit Frauen macht und wie sie damit umgehen.
Fehlende Rollen für Frauen ab 50
Elena Uhlig ärgert sich, dass selbst eine etablierte Schauspielerin mit über 20 Jahren Berufserfahrung, als Bestseller-Autorin und Serien-Star in Deutschland kaum von ihrem Schauspiel leben kann. "Es gibt die Rollen für Frauen ab 50 schlichtweg nicht", sagt sie. "Und wenn, werden sie meist an die großen Namen vergeben."
Wer als junge Frau nicht die Julia gespielt hat, spielt als ältere Frau auch nicht Lady Macbeth.
Elena Uhlig will Frauen Mut machen
Mit 50 befindet sich Elena Uhlig in einer Lebensphase, die sie nicht als Schwelle, sondern als neue Bühne begreift. Sie sieht ihre Falten als "Zeichen gelebten Lebens", verrät sie - und möchte, dass Frauen Älterwerden als Stärke verstehen. Sie thematisiert, was viele betrifft, aber kaum jemand offen anspricht: die Wechseljahre und das Stigma, das sie begleiten.
Frauen werden häufig als das Problem betrachtet und machen sich klein. Ich habe keine Angst mehr, Ungleichheiten zu benennen - oder meinen Bauch zu zeigen.
Auf ihrem Instagram-Kanal, dem mittlerweile fast eine halbe Million Menschen folgen, spricht sie über Hormone, Haarausfall und Selbstakzeptanz - Themen, die sonst selten den Weg in die Primetime finden.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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