Neue Filmadaption

Das erwartet dich in "Wuthering Heights" mit Jacob Elordi und Margot Robbie

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von Annalena Graudenz

Filmfans erwarten die neue Adaption von "Wuthering Heights" mit Jacob Elordi und Margot Robbie gespannt.

Bild: IMAGO/ZUMA Press/Cinema Publishers Collection


Kaum ein Werk der englischen Literatur gilt als so widersprüchlich, verstörend und zugleich so anziehend wie Emily Brontës "Wuthering Heights - Sturmhöhe". Die Kinoadaption mit Margot Robbie und Jacob Elordi ist allerdings das Ergebnis einer langen, komplexen Geschichte.

"Du hast mir den Tag versüßt und als Heathcliff mein Zimmer mit Rosen gefüllt, das war so süß... Ich erinnere mich, dass ich am Valentinstag dachte: Oh, er ist wahrscheinlich ein sehr guter Freund", sagt Margot Robbie während der aktuellen Pressetour zu ihrem "Wuthering Heights"-Filmpartner Jacob Elordi (im Film Heathcliff). Mit Aussagen wie diesen heizt das attraktive Duo derzeit die Gerüchteküche um eine mögliche Beziehung der beiden Stars ordentlich an. Ob es zwischen den beiden am Set gefunkt hat oder sie nur genau wissen, wie man für Aufmerksamkeit sorgt, wird sich zeigen. Sicher ist jedoch, dass uns eine Filmadaption erwartet, die es in sich hat.

Ein Skandalroman wird zum Klassiker

Als "Wuthering Heights" 1847 erschien, reagierten Leserschaft und Kritiker:innen schockiert. Die brutale Emotionalität, die moralisch ambivalenten Figuren und die düstere Darstellung von Liebe galten als anstößig. Autorin Emily Brontë erlebte diesen Verriss ihres einzigen Romans nur kurz. Sie starb mit gerade einmal 30 Jahren, wenige Monate nach Veröffentlichung. Erst nach ihrem Tod begann eine Neubewertung und Autor:innen wie Virginia Woolf würdigten Brontës Werk als literarische Ausnahmeleistung.

Mit wachsender Anerkennung wurde auch das Interesse an Adaptionen der Geschichte größer. Über die Jahrzehnte entstanden 14 größere Film- und Fernsehproduktionen, dazu Theaterfassungen, Serienadaptionen und sogar eine Bollywood-Version. Kaum ein Stoff wurde so häufig neu interpretiert – und zugleich als so schwer umsetzbar beschrieben.

Warum "Wuthering Heights" als schwer verfilmbar gilt

Neben seiner komplexen Erzählstruktur liegt das Problem vor allem in der Figur Heathcliff. Zwar werden die Leser:innen anfangs dazu eingeladen, Mitgefühl für das misshandelte Findelkind zu empfinden, doch im weiteren Verlauf wird Heathcliff zunehmen zum grausamen Peiniger. Caroline Kögler, Professorin für englische Philologie an der Freien Universität Berlin, weist gegenüber "Deutschlandfunk Kultur" darauf hin, dass die Darstellung nicht losgelöst vom kolonialen Kontext des 19. Jahrhunderts betrachtet werden kann.

Heathcliff wird im Roman als schwarzer Junge beschrieben, als andersartig und seine Gewalt sowie Aggression sind mit Fremdheit verknüpft. Diese Dynamik, so Kögler, spiegle rassistische Ängste wider – insbesondere vor einer Umkehr bestehender Machtverhältnisse. Die Sklaverei war damals in Großbritannien zwar seit mehr als einem Jahrzehnt bereits verboten, in den USA jedoch immer noch legal. Durch Handelsbeziehungen waren viele Briten daher nach wie vor wirtschaftlich involviert. Für heutige Verfilmungen ergibt sich daraus eine heikle Frage: Wie bleibt man der Vorlage treu, ohne problematische und rassistische Zuschreibungen zu reproduzieren?

Frühere Adaptionen und neue Perspektiven

Viele Regisseur:innen sind genau an diesem Punkt gescheitert. Peter Kosminsky zum Beispiel distanzierte sich später öffentlich von seiner Verfilmung aus dem Jahr 1992 und bezeichnete sie rückblickend als misslungen. Andrea Arnolds Version von 2011 besetzte die Rolle des Heathcliff mit James Howson, einem schwarzen Schauspieler. Sie rückte die Fragen von Ausgrenzung und Zugehörigkeit stärker in den Fokus.

Margot Robbie und Jacob Elordi in den Hauptrollen

Die Adaption, die am Valentinstag 2026 in die Kinos kommt, setzt wiederum andere Akzente. Margot Robbie ist nicht nur Hauptdarstellerin, sondern auch Produzentin und damit kreativ stark involviert. Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt schon jetzt die visuelle Ebene. Robbie arbeitete erneut mit Kostümbildnerin Jacqueline Durran zusammen, die bereits den Look von "Barbie" prägte. Schon vor Kinostart werden die Kostüme intensiv diskutiert und versprechen eine eindringliche Bildsprache.

Auch die Zusammenarbeit zwischen Margot Robbie und Jacob Elordi, zwei der derzeit heißesten Hollywood-Stars, sorgt für Gesprächsstoff. Beide betonen in Interviews immer wieder ihr großes Vertrauen am Set. Eine Nähe, die bei Fans auf gemischte Gefühle trifft, immerhin ist Robbie seit 2016 mit Filmproduzent Tom Ackerley verheiratet.

Margot Robbie und Jacob Elordi sorgen in den Hauptrollen von "Wuthering Heights - Sturmhöhe" schon vor dem Kinostart für Gesprächsstoff.

Bild: IMAGO/Landmark Media


Was "Wuthering Heights" so besonders macht

Die neue Adaption steht vor einer anspruchsvollen Aufgabe, denn sie muss eine Geschichte erzählen, die viele Male verfilmt wurde und deren Inhalt heute politischer ist denn je. Sie muss Leidenschaft zeigen, ohne zu romantisieren und dunkle Themen in den Fokus stellen, ohne sie zu vereinfachen. Wer sich von der Liebesgeschichte zwischen Catherine und Heathcliff selbst überzeugen will, kann ab dem 14. Februar ins Kino.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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