Retro-Love

Quoten-Hits bis heute: Diese 1980er-Serien sind immer noch genial

Veröffentlicht:

von Sabine Rodenbäck

So cool sind die Schauspieler:innen der 1980er: Kate Jackson, Bruce Boxleitner, Mr. T, George Peppard, John Hillerman und Tom Selleck (von links).

Bild: IMAGO / Everett Collection / IMAGO / mptv / IMAGO / Everett Collection


Cabriolets und Champagner, Schnurrbärte und Schulterpolster, Morde und Machtspiele. Die Serien der 80er-Jahre sind Zeitdokumente - und zeitlos gut.

"Hart aber herzlich"

Wenn Jennifer (Stefanie Powers) und Jonathan Hart (Robert Wagner) mit ihren Sportwagen durch Beverly Hills sausen und dazu die Titelmelodie von "Hart aber herzlich" ertönt, ist die Zeitreise perfekt. Ein attraktives Millionärs-Paar löst aus purer Abenteuerlust Verbrechen, auch wenn die Fälle manchmal etwas abstrus wirken. Obwohl "ihr Hobby mörderisch ist", konnte man die Serie in den 1980er-Jahren problemlos im Nachmittagsprogramm vom ZDF ausstrahlen. Sind die Gauner:innen gefasst, serviert Butler Max (Lionel Stander) den Harts einen Champagner bei Kerzenschein und Hund Friedwart springt auf die Cashmeredecke. Ist das schön!


Retro-Krimi mit Action, Humor und ganz viel Herz


Die Hauptdarsteller:innen Robert Wagner (95) und Stefanie Powers (83) treffen sich immer noch. 2024 hat die Schauspielerin einen Instagram-Post auf ihrem Account @officialstefaniepowers veröffentlicht, das beide glücklich bei einer Reunion zeigt.

Externer Inhalt

Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram oder Youtube.

Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.

"Mord ist ihr Hobby"

Sie war die Miss Marple der 1980er-Jahre: Jessica Fletcher (Angela Lansbury). Dieser Vergleich war inszeniert, denn die Produzent:innen wählten als Originaltitel "Murder, She Wrote". “Murder, She Said" war der Titel der ersten der vier Miss-Marple-Verfilmungen mit Margaret Rutherford in den 60er-Jahren. Der Plan ging auf: Die Serie wurde ein echter Erfolg. Zwischen 1984 und 1996 klärte die Krimi-Autorin und ehemalige Englischlehrerin Jessica Fletcher knifflige Verbrechen auf. Überall, wo sie auftauchte, passierte prompt ein Mord. Ihre geniale Kombinationsgabe sorgte dafür, dass sie jeden Fall löste, bevor die örtliche Polizei überhaupt warmgelaufen war.

Jetzt soll es sogar eine Neuauflage der Serie geben: Hollywood-Star Jamie Lee Curtis wird die Hobbydetektivin im Reboot spielen.


"Magnum"

Schnurrbart, Hawaii-Hemd, roter Ferrari: Wer jetzt nicht weiß, um wen es geht, hat Popkultur verpasst. Thomas Magnum, gespielt von Tom Selleck, ist ein Privatdetektiv auf Hawaii, der als Sicherheits-Chef eines Millionen-Anwesens im Gästehaus eines mysteriösen Schriftstellers wohnt, in dessen Ferrari durch die Gegend cruist und nebenbei Kriminalfälle löst - wenn er nicht gerade mit dem pedantischen Hausverwalter Higgins (John Hillerman) aneinandergerät. Die ständigen Wortgefechte der beiden tragen die Serie mehr als jeder Fall. Einfach großartig!

Fun Fact: Robin Masters, der unsichtbare Millionär und Auftraggeber Magnums, wurde nie wirklich gezeigt. Doch seine Stimme dürfte (zumindest amerikanischen Film-Fans) bekannt vorkommen: Orson Welles sprach die geheimnisvolle Figur im Hintergrund. Ob das Rätsel um Masters jemals gelöst wird? Einige Personen glauben immer noch, dass es Higgins selbst war.


"Agentin mit Herz"

Was war in dieser Serie eigentlich spannender: der Kampf des Secret Service gegen den sowjetischen Geheimdienst KGB oder die Lovestory zwischen Amanda (Kate Jackson) und Lee (Bruce Boxleitner)? Als Hausfrau Amanda King zufällig in einen Fall verwickelt wird, beweist sie überraschend starke Nerven (als Mutter von zwei Söhnen durchaus hilfreich) und ein Talent für heikle Einsätze. Prompt wird sie als Sekretärin beim Secret Service in Washington angeheuert. Für Geheimagent Lee Stetson wird sie schnell unverzichtbar, auch wenn er das zunächst nicht wahrhaben will. Der Originaltitel von "Agentin mit Herz" lautet übrigens "Scarecrow and Mrs. King". Lees Deckname ist nämlich Scarecrow, auf Deutsch Vogelscheuche.

"Der Denver-Clan"

In den 1980er-Jahren gab es Team "Denver-Clan" und Team "Dallas". "Der Denver-Clan" ging erst 1981 auf Sendung und kam damit später als der bereits etablierte Serien-Gigant "Dallas". Während der auf Intrigen, Machtkämpfe und den zynischen Charme von J. R. Ewing setzte, erzählte "Denver" die Geschichte einer scheinbar makellosen Öl-Dynastie rund um Blake (John Forsythe) und Krystle Carrington (Linda Evans). Ex-Frau Alexis (Joan Collins), der Archetyp einer bösen Hexe, bringt Unruhe ins Geschehen. Natürlich hat sie es auf die gute Krystle abgesehen. Die Soap scheute sich nicht, zwei Millionärinnen in Designer-Roben aufeinander losgehen zu lassen. In neun Staffeln gab es Wendungen, von denen die Seifenopern der nächsten Jahrzehnte profitieren konnten. Ganz großes Drama!

"Das A-Team"

Selbst dreißig Jahre nach dem Aus braucht es nur drei Takte, um die Titelmelodie von Mike Post und Pete Carpenter zu erkennen. "Das A-Team" war eine der erfolgreichsten Serien dieser Zeit. Wer erinnert sich nicht an die vier Ex-Soldaten auf der Flucht? Sergeant Bosco "B. A." Baracus, Captain H. M. "Howling Mad" Murdock, Lieutenant Templeton "Face" Peck und ihr Anführer Colonel John "Hannibal" Smith. Zu Unrecht eines Verbrechens beschuldigt, leben sie im Untergrund und helfen denen, die von der Justiz im Stich gelassen wurden. Auch wenn einige Folgen der Haudrauf-Reihe heute nicht mehr als zeitgemäß empfunden werden: Wer Retro-Streaming liebt, springt bitte jetzt in den GMC Vandura!


Alle 5 Staffeln in der Mediathek


"Derrick"

Kaum ein Satz ist im deutschen Fernsehen so berühmt geworden wie "Harry, hol' schon mal den Wagen". Verrückt, denn so hat Oberinspektor Stephan Derrick (Horst Tappert) das nie zu seinem Assistenten Harry Klein (Fritz Wepper) gesagt. Lediglich einmal forderte er ihn auf: "Harry, wir brauchen den Wagen, sofort."  Das ZDF-Krimi-Format war so erfolgreich, dass es in über 100 Länder verkauft wurde. Die Fälle "Aus der Reihe: Derrick" wie es im Vorspann hieß, sind nicht unbedingt spektakulär, die Motive oft banal: Eifersucht, Geld, gekränkte Eitelkeit. Mitspielen durfte damals das Who’s Who der Schauspielszene. Rekordhalter für Gastrollen war übrigens "Sturm der Liebe"-Star Dirk Galuba (in der Serie als Werner Saalfeld bekannt). Er war sogar 22 Mal dabei. Für Tappert war es die Rolle seines Lebens, die er ein Vierteljahrhundert spielte.


"Kir Royal"

Ein deutsches Highlight: Fast vier Jahrzehnte nach der Erstausstrahlung 1986 hat Helmut Dietls Meisterwerk nichts an Faszination verloren. Nicht nur für Medien-Menschen. Franz Xaver Kroetz brilliert als Baby Schimmerlos, der allmächtige Klatschreporter der Münchner Allgemeinen Tageszeitung, dessen Feder über gesellschaftlichen Aufstieg und Fall entscheidet. Wer in seiner Kolumne erscheint, ist wichtig. Wer ignoriert wird, verschwindet in der Bedeutungslosigkeit. Als Klebstoff-Fabrikant Haffenloher aus Klein Weilersheim in den Kreis der oberen Zehntausend aufgenommen werden will, übt er Druck auf die Verlegerin aus. Erstmals muss der Reporter seinen Grundsatz "Wer reinkommt, bestimme ich" fallenlassen. Und so wird Haffenloher zum neuen Star der Society.

Das Ensemble ist legendär: Senta Berger, Mario Adorf, Ruth Maria Kubitschek, Iris Berben, Edgar Selge. "Kir Royal" ist herrlich bitterböse und erschreckenderweise ziemlich zeitlos.

"Knight Rider"

Die von Glen A. Larson produzierte Serie verband futuristische Technikfantasien mit einem Action-Helden: Michael Knight, gespielt von David Hasselhoff, dem vielleicht lässigsten Gerechtigkeitskämpfer seiner Fernsehzeit. Sein sprechender Pontiac Firebird Trans Am K.I.T.T. war nicht bloß ein Auto, sondern Co-Star, Running Gag und Wunderwaffe in einem. Die Missionen? Dramatisch genug für Spannung, simpel genug für Popcorn. International wurde das Format ein Hit, exportiert in dutzende Länder und bis heute fest verankert im kollektiven Retro-Gedächtnis. Wer in den 80ern wichtig war, kam an Turbo-Boost, Knight Industries und dem Hoff sowieso nicht vorbei. "Knight Rider" bleibt ein glänzendes Kapitel TV-Geschichte - halb Kult, halb Kitsch, aber ganz großes Seriengefühl.


Willst du K.I.T.T. und Hasselhoff auf ihren Abenteuern begleiten?


"Eine schrecklich nette Familie"

Das Anti-Programm zur heilen Welt der Familien-Sitcoms: Im Mittelpunkt steht der frustrierte Schuhverkäufer Al Bundy (Ed O'Neill), der mit seiner Frau Peggy (Katey Sagal), die Arbeit konsequent meidet und das Haare-Toupieren zur Lebenskunst erhoben hat, und den Kindern Kelly (von Al gern als "Dumpfbacke" tituliert, gespielt von Christina Applegate) und Bud (für ihn schlicht der "Loser", gespielt von David Faustino) in einem fiktiven Chicagoer Vorort lebt. Vom Sofa aus beleidigt Al einfach jede:n. Seine Kundschaft im Schuhladen nennt er "fußkranke Monster", das eigene Wohnzimmer "die letzte Bastion des Scheiterns". Zum festen Inventar gehören auch die Nachbarn Marcy (Amanda Bearse) und zunächst Steve (David Garrison), später Jefferson (Red McGinley), die Al mit Vorliebe als "Huhn", "Spießer" oder "moralische Fehlkonstruktion" beschimpft. Nichts für Zartbesaitete und sicher kein politisch korrektes Vergnügen, aber genau das machte den Charme der Serie aus.


Der fieseste Familienvater der Welt in Aktion


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

Mehr entdecken