Exklusiv-Interview
"Ich wollte nie eine Tussi spielen": "Tatort"-Star Ulrike Folkerts über ihre Rolle Lena Odenthal
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von Nicola SchillerSchauspielerin Ulrike Folkerts über den Erfolg des Ludwigshafener "Tatorts".
Bild: picture alliance / dpa | Georg Wendt
Mehr als 30 Jahre Hauptkommissarin Lena Odenthal: Damit ist Ulrike Forkerts eine der langlebigsten Ermittlerfiguren der Fernsehlandschaft. Wir haben mit ihr gesprochen. Was macht den rheinischen "Tatort" und ihre Rolle so besonders?
Lena Odenthal ist nicht irgendeine TV-Kommissarin: "Das war immer ne taffe, coole Socke. Die war sportlich, die kann sich hauen, die kann schreien, die kann gut Auto fahren, die kann schießen".
Seit 37 Jahre ist sie jetzt Teil des Ludwigshafener Krimis. Und sie war von Anfang an konsequent: "Ich wollte nie eine Tussi spielen". Eine Ermittlerin, die Fragen stellt und gut zuhören kann, war für Folkerts schon immer zu wenig. Sie möchte "etwas zu tun haben". Da darf es auch gerne über die typischen Verhörfragen wie "Wo waren sie gestern zwischen 10 und 12 Uhr?" hinausgehen.
Damit das so bleibt, versucht die Schauspielerin immer wieder, ihre Rolle aktiv mitzugestalten. Klar, die Hauptarbeit überlässt sie den verantwortlichen Drehbuchautor:innen. Im besten Fall bekommt sie allerdings das Skript zwei Monate vor Drehbeginn zu lesen und hat somit die Chance, ihren Senf dazuzugeben.
Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Rolle abgestaubt habe.
"So geil": Ulrike Forkerts schwärmt vom "Tatort"
Seit 1989 gehört Lena Odenthal zum Ludwigshafener Team. Aber wie schafft es eine Reihe, über Jahrzehnte hinweg so beliebt zu bleiben? Laut Folkerts sind es vor allem die "gesellschaftlich relevanten Themen", die immer wieder behandelt werden. Femizide ("Das Verhör") und Auseinandersetzungen mit der NS-Vergangenheit ("Lena's Tante") sind nur zwei Beispiele.
Aber auch die außergewöhnliche und erfrischende Art von Hauptkommissarin Odenthal trägt für Folkerts zum Erfolg bei. Was sie vor allem bewegt, ist die Bedeutung ihrer Rolle: "Damals war ich die einzige Polizistin im deutschen Fernsehen. Da gab's keine Frauen. Ich habe für ganz viele Frauen eine Tür aufgemacht".
Die Auswirkungen sind spürbar: "Jetzt gibt es ganz viele Kommissarinnen. Das ist so geil an diesem Weg, den ich gemacht habe. Ich bin da sehr dankbar dafür."
"Die vom Tatort": Ulrike Forkerts über ihr Image
Trotz des Erfolgs bringt der "Tatort"-Ruhm auch seine Schattenseiten mit sich. Da nimmt Folkerts kein Blatt vor den Mund: "Die Rolle ist Fluch und Segen, weil ich darauf festgelegt bin. Ab und zu spiele ich was anderes, aber das kriegt keiner mit. Ich werde eher nicht gecastet, weil 'das ist ja die vom Tatort'."
Das ist frustrierend, könnte man meinen. Aber die Schauspielerin nimmt es pragmatisch: "Das ist egal, ich mach das wirklich wahnsinnig gerne."
Sie kann auch anders: Film-Highlights mit Ulrike Folkerts auf Joyn streamen
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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