"Ich liebe es, das Leben zu genießen"
"Der Club der singenden Metzger"-Star Martin Leutgeb: Das sind seine vielen Berufe
Veröffentlicht:
von Sylvia LothHauptkommissarin Alex Winkler (Viktoria Ngotsé) und Polizist Gert Holzer (Martin Leutgeb) ermitteln gemeinsam im "Bergretter"-Team.
Bild: ZDF und Sabine Finger Fotografie
In erster Linie ist der Tiroler Martin Leutgeb als Polizist Gert Holzer in "Die Bergretter" oder in "Der Club der singenden Metzger" als Sheriff Hock bekannt. Doch er ist auch Lehrbeauftragter, Regisseur und schreibt Theaterstücke für Kinder!
Steckbrief
Name: Martin Leutgeb
Geburtstag: 25. August 1966
Geburtsort: Schwarz, Tirol
Wohnort: Wien
Größe: 1,83 Meter
Familienstand: ledig
Kinder: keine
Martin Leutgeb kannst du heute um 20:15 Uhr in 3sat sehen

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Lieblingsort Tirol
Der Schauspieler ist seiner Heimat bis heute verbunden. Obwohl Martin Leutgeb in Wien lebt, hält er sich oft in Tirol auf. Dort absolvierte er auch eine Ausbildung zum Schaufensterdekorateur und Einzelhandelskaufmann. Doch damit gab er sich nicht zufrieden und finanzierte sich von seiner Arbeit als Dekorateur Schauspielstunden in Innsbruck. Dabei war sein Berufswunsch eigentlich lange ein anderer: "Ich wollte über Jahre Pfarrer oder Leichenbestatter werden. Ich hatte und habe viele schöne Kirchenerlebnisse und engagierte mich lange bei Wallfahrten und in der Pfarrei", sagt er gegenüber dem "Rupertusblatt", der Wochenzeitung der Erzdiözese Salzburg.
Seit 13 Jahren bei den "Bergrettern"
Im ZDF-Quotengiganten "Die Bergretter" verkörpert er seit 2013 den Polizisten Gert Holzer. Dieser ist durch seine gutmütige und humorvolle Art eine Bereicherung in Ramsau. Es ist nicht seine einzige Rolle als Gesetzeshüter: Von 2013 bis 2019 spielte er den Bezirksinspektor Matthias Gerber in der Serie "Cop Stories". Zudem wirkte er seit 1992 in mehreren "Tatort"-Episoden mit, zuletzt im Wiener "Tatort: Bauernsterben" (2023). Im "Kurier TV"-Format "Herrlich ehrlich" mit Journalistin Lisa Trompisch erklärt er lachend:
Entweder ich spiele einen Gesetzesbrecher, oder einen Gesetzeshüter - etwas anderes gibt es bei mir nicht.
Dabei hat er noch einen ganz speziellen Traum, der in eine ganz andere künstlerische Richtung geht: Einmal im Leben möchte er den Papageno in Mozarts "Zauberflöte" singen. Das ist auch der Grund, weshalb er sich neben seiner Schauspielausbildung auchIn Gesang ausbilden ließ.
Martin Leutgeb: "Ich liebe es, das Leben zu genießen"
Er sei ein wahrer Genussmensch sei und esse gern - das sehe man ihm ja schon an-, betont er schmunzelnd. Er sei sehr sinnlich und liebe es, das Leben zu genießen. Was nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist, dafür umso erstaunlicher, ist sein Lebensmodell. Nach einem Urlaub in Antalya liebt er es, Shisha zu rauchen und Tavla (Backgammon) zu spielen. Das macht er gern mit seinen WG-Mitbewohner:innen, weil es "so schön chillig" ist und "man seinen Gedanken nachhängt". Er genießt die Begegnungen in seiner Wohngemeinschaft und freut sich über den Input von jungen Menschen. So sei er unter anderem auf die Nachhaltigkeits-App "Too Good To Go" aufmerksam gemacht worden, berichtet er im Talk mit Trompisch.
Märchenhaft: Aus seiner Feder stammen zwei Kinderstücke
Sein unendlicher Drang für die kleinen und großen Geschichten des Lebens lässt ihn die Welt mit aufmerksamen und auch mal verträumten Augen sehen. So finden sich in seinem vielfältigen künstlerischen Repertoire auch zwei Theaterstücke für Kinder, die im Wiener Kaiser Verlag erschienen sind. In "Die dicke Prinzessin" geht es um eine Prinzessin, die im Schnitt 60 Schokoriegel am Tag verdrückt. Aus lauter Langeweile hat sie keine andere Beschäftigung als zu essen. Da beschließt die frustrierte Prinzessin, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Gemeinsam mit dem Knüppel aus "Tischlein, deck dich" und dem angebissenen Apfel aus "Schneewittchen" will sie ihr eigenes Märchen erfinden.
In einem weiteren Märchenstück "Die Schöne und das Tier" erzählt Leutgeb von König Leon, der das Regieren leid ist. Darum will er das Zepter an seine Tochter abgeben, die allerdings nur einer Liebesheirat zustimmen möchte. Der Mythos der Schönen, die das Tier durch wahre Liebe erlöst, erlebt hier ein erfrischendes Revival.
Neue Ufer
Der beliebte Schauspieler arbeitet immer wieder als Lehrbeauftragter, wie von 2008 bis 2011 an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Auch als Regisseur ist er seit vielen Jahren aktiv. Ein Herzensprojekt, das für viel Aufsehen sorgte, war seine Inszenierung der Passionsspiele in Erl im Sommer und Herbst 2025. Zur Vorbereitung hatte er sich einige Passionsspiele angesehen und gelesen. Mit dem Projekt und dem Mitwirken von rund 600 Erler:innen habe er die Möglichkeit, etwas zu bewegen und ein bisschen Geschichte in dieser mehr als 400-jährigen Tradition zu schreiben, verrät er im Interview mit dem "Rupertiblatt". Alle sechs Jahre wird die Prozession im Tiroler Ort Erl, in der Nähe von Kufstein, aufgeführt. Leutgeb, der gläubiger Katholik ist, hebt hervor, wie wichtig ihm dieses Projekt ist:
Es ist, wie einen Baum zu pflanzen. Den Text zu verfassen, das zu inszenieren und gemeinsam mit den Erlerinnen und Erlern auf die Bühne zu bringen, ist für mich etwas ganz Besonderes.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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