Abschied

Letzter Fall für Zangel: So verabschiedet sich Christoph Süß von "München Mord"

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Letzter Fall für Christoph Süß als Helmut Zangel (rechts): Vor dem Abschied geht er aber noch einmal dem Trio um Ludwig Schaller (Alexander Held) auf die Nerven.

Bild: ZDF/Susanne Bernhard


Nach mehr als einem Jahrzehnt verabschiedet sich Christoph Süß von der beliebten ZDF-Krimireihe "München Mord". Im neuen Fall "Im Zweifel für den Zweifel" ist der von ihm gespielte Kriminalrat Helmut Zangel zum letzten Mal mit von der Partie. Es geht um einen toten Chefkoch.


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Zuvor jedoch mischt der langjährige Vorgesetzte, der seit dem Start der Reihe 2014 dabei ist, im 22. Krimi das kauzige Ermittlertrio noch einmal gründlich auf. Wie so oft beobachtet er mit sichtbarer Skepsis, wie Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier), Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen) und Ludwig Schaller (Alexander Held) einen Mordfall an sich ziehen: Eine private Bekanntschaft führt die Kellerkommissare zu einer Kneipe, wo die Leiche des Spitzenkochs Maximilian Dobek (Manuel Cortez) gefunden wurde. Dessen Tod lenkt die Ermittlungen in die Welt der gehobenen Gastronomie.

Zwei Spitzenköche mit belasteter Vergangenheit

Dobek war Küchenchef eines Edelrestaurants, hatte seinen Posten jedoch kurz zuvor verloren. Nach einer Beschwerde über ein zähes Filet platzte dem Inhaber (Lukas Turtur) der Kragen. "Kaum ein Tag, an dem ich nicht einen Gast beruhigen muss." Die Atmosphäre in der Küche war angespannt, der Leistungsdruck hoch, die Fronten waren verhärtet.

In den Fokus rückt bald Oliver Gerg (Shenja Lacher), der Dobeks Nachfolge antreten sollte. Die beiden verbindet eine belastete Vergangenheit: Gerg war früher Dobeks Vorgesetzter, bevor er wegen Totschlags zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Zu Unrecht, wie er insistiert. Nun, kurz nach seiner Entlassung, steht erneut der Verdacht im Raum, ob er zum Täter geworden ist oder ob sich das Muster eines vorschnellen Urteils wiederholt.

Einmal Täter, immer Täter?

Brisant wird der mitreißende Krimi durch Staatsanwalt Benedikt (Thomas Loibl), der selbst involviert ist: Der Restaurantgast, der sich beschwert hatte, entpuppt sich als jener Jurist, der Gerg einst hinter Gitter brachte. Mit harschen Eingriffen versucht er, die Ermittlungen in eine bestimmte Richtung zu lenken. "Bei dem Staatsanwalt frierts mich irgendwie", schaudert Flierl.

Der Film, der sich am realen Fall des unschuldig inhaftierten "Badewannenmörders" in Bayern orientiert, beleuchtet die Unschuldsvermutung aus verschiedenen Blickwinkeln. "Einmal Täter, immer Täter", ist ein Satz, der mehrfach fällt und dem das Trio entschieden widerspricht. Flierl glaubt an zweite Chancen, während Neuhauser grundsätzlich fragt: "Gerechtigkeit - gibt's das überhaupt?" Schaller wird wie so oft philosophisch: "Manchmal wohnt die Gerechtigkeit in einem Zimmer, zu dem die Justiz keinen Schlüssel besitzt."

"Mich geht das alles nichts mehr an"

Vor winterlicher Kulisse verbindet der Krimi spannendes Ermittlungsfernsehen mit Gesellschaftskritik, Humor und präzise beobachteten Milieustudien. Auch echte Probleme der Gastronomie werden benannt, etwa der Personalmangel nach der Pandemie. Regisseur Anno Saul gelingt so ein dichter, vielschichtiger Film, der trotz thematischer Fülle nie den Fokus verliert.

Und Christoph Süß? Der bekommt einen angemessenen Abschied, auch wenn der von ihm verkörperte Zangel sich diesen ohne Party und Pathos wünscht. "Mich geht das alles nichts mehr an. Denn ich begebe mich auf neue Wege", kommentiert er sein Lebewohl fast beiläufig. Die Ermittler werde er im Blick behalten - "nur von weiter oben".

Von seiner Rolle in "München Mord" verabschiedet sich Christoph Süß aus privaten Gründen, wie er bereits Ende des vergangenen Jahres ankündigte, ohne nähere Details preiszugeben. Sein satirisches Wochenmagazin "quer" im BR-Fernsehen will der 58-Jährige derweil weiterhin moderieren.


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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