Heute hilft er Migrant:innen
Was will ICE in den USA wirklich? Ex-Beamter packt bei "Galileo" aus
Veröffentlicht:
von Claudia FrickelGalileo
Diskussion um ICE in den USA: Ein Insider berichtet "Galileo" von der umstrittenen Behörde
Videoclip • 09:59 Min • Ab 12
"Sie dürfen im Grunde machen, was sie wollen", warnt ein ehemaliger ICE-Beamter. Viele Menschen hätten Angst - das weiß Ruben B. Martinez auch deshalb, weil er inzwischen die Seiten gewechselt hat. "Galileo" trifft neben dem Insider auch Migrantinnen, die von ihrer Furcht im Alltag berichten.
Ein Insider über ICE: "Das zieht einen ganz bestimmten Typen an"
Die Lage in den USA eskaliert: Maskierte, schwer bewaffnete Bundesbeamte gehen unter anderem in Minneapolis brutal vor. Im Januar erschossen ICE-Beamte zwei Menschen bei Operationen - beide Fälle haben landesweit massive Proteste ausgelöst.
Was geht in Ruben B. Martinez vor, wenn er davon hört? Der Mann arbeitete 20 Jahre lang für verschiedene Einwanderungsbehörden der USA, darunter auch für ICE. Er entschied mit darüber, wer bleiben durfte und wer nicht. Seine Reaktion auf Filmaufnahmen, die zeigen, wie ICE-Männer Menschen über den Boden schleifen und attackieren:
Das ist fürs Fernsehen, das ist eine Show. Es funktioniert, denn viele leben jetzt in Angst.
ICE habe ein sehr schlechtes Image, sagt er im "Galileo"-Gespräch. Zu seiner Zeit sei das noch anders gewesen. Er habe sogar oft Leute bleiben lassen. Ihm war es wichtig, seiner Community zu helfen und Menschen über ihre Rechte aufzuklären. Martinez wuchs als Latino in Los Angeles auf, seine Mutter war aus Mexiko eingewandert.
Aber seit Martinez den Job 2008 aufgab, hat sich vieles verändert, hauptsächlich unter der Trump-Regierung (siehe Kasten). Der Insider glaubt, dass ICE heute "einen ganz bestimmten Typen" anzieht: "Leute, die einfach nur ein Abzeichen und eine Waffe wollen." Die Beamt:innen hätten heute freie Hand und "dürfen im Grunde machen, was sie wollen".
Martinez hat längst die Seiten gewechselt. Inzwischen arbeitet er in einer Rechtsanwaltskanzlei, die für die Rechte von Migrant:innen kämpft - etwa, um sie aus der Abschiebehaft zu bekommen, in die sie von ICE geschickt werden.
Im "Galileo"-Interview beantwortet der Insider Fragen zu der umstrittenen Behörde. Im Clip siehst du, wann ICE-Beamt:innen tödliche Gewalt anwenden dürfen - und wann nicht. Außerdem erklärt Martinez, warum er trotz allem findet, dass ICE nicht abgeschafft werden sollte.
Angst, Frust, Ärger - und Zusammenhalt in der Community
In Los Angeles, der Heimatstadt von Ruben B. Martinez, rückt ICE vor allem in Vierteln mit hohem Latino‑Anteil an. "Sie picken die Leute nach ihrer Hautfarbe heraus", sagt er. Auch US-Bürger:innen mit lateinamerikanischen Wurzeln würden angehalten und festgenommen.
Wie sich das im Alltag anfühlt, erzählt Community-Aktivistin April Bernabe bei "Galileo". Sie und andere Betroffene fragen sich:
Wie komme ich durch meinen Alltag, wenn ich Angst haben muss, an der falschen Ampel zu stehen - und dann bricht mein Leben zusammen?
In der "Galileo"-Reportage siehst du, wie ICE versucht, neue Mitarbeiter:innen zu rekrutieren und wie sich das Auftreten der Beamt:innen verändert hat - von Jeans und Hemd zu Uniform und Vermummung.
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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