Kult-Status seit den 1960er-Jahren

Ducky aus "Navy CIS": So sah David McCallum vor 63 Jahren aus

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von Claudia Frickel

"Navy CIS"-Star David McCallum blickt auf eine lange Schauspielkarriere zurück.

Bild: IMAGO / MediaPunch / picture-alliance / Mary Evans Picture Library


In 20 der 23 Staffeln von "Navy CIS" war eine Figur dabei, die sich zum Kult entwickelte: Gerichtsmediziner Dr. Donald Horatio Mallard alias Ducky. Darsteller David McCallum war aber schon ab den 1950er-Jahren als Schauspieler aktiv - darunter in einem weiteren Serienklassiker.

David McCallum war eine echte Fernsehlegende: Der schottische Schauspieler hatte ikonische Hauptrollen in gleich zwei Kult-Krimiserien. Das Besondere: Die eine stammt aus den 1960er-Jahren, die andere startete 2003 und läuft immer noch. Die Rede ist von "Solo für O.N.C.E.L." und "Navy CIS".

Aber das ist längst nicht alles: Der 1933 in Glasgow geborene McCallum wirkte insgesamt in über 100 Filmen und Serien mit. Außerdem veröffentlichte er als Musiker in den 1960er-Jahren mehrere Instrumentalalben. Seinen Track "The Edge" verwendeten andere Künstler:innen mehrfach als Sample, unter anderem Dr. Dre in "The Next Episode".


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Frühe Jahre: Erste Rollen in Europa und Hollywood

Eigentlich wollten die Eltern von David McCallum, dass er professioneller Musiker wird - der Vater war Geiger, die Mutter Cellistin. Aber mit Mitte 20 zog es den jungen Schotten zum Film. Seine ersten kleineren Auftritte hatte er 1957 in britischen Filmen, etwa "Duell am Steuer", "Die Farm der Verfluchten" und ein Jahr später in "Die letzte Nacht der Titanic".

Ab Anfang der 1960er-Jahre schaffte der Schotte den Sprung nach Hollywood. 1962 spielte er in John Hustons "Freud" und in "Die Verdammten der Meere" von und mit Peter Ustinov mit. 1963 folgte der Kriegsfilm "Gesprengte Ketten" von John Sturges. Zum Staraufgebot des Streifens gehörten Steve McQueen, James Garner und Charles Bronson.

Auch im Monumentalfilm "Die größte Geschichte aller Zeiten" hatte McCallum eine zentrale Rolle - als Judas. Max von Sydow mimte in dem Blockbuster Jesus, Charlton Heston war Johannes der Täufer.

David McCallum in seiner Rolle in "Gesprengte Ketten" im Jahr 1963.

Bild: picture-alliance / Mary Evans Picture Library


Kultrolle als Spion Illya Kuryakin in "Solo für O.N.C.E.L."

Die Geheimagenten‑ und Thriller‑Serie "Solo für O.N.C.E.L." war in den 1960er-Jahren ein riesiger Erfolg. Die vier Staffeln liefen von 1964 bis 1968. Insgesamt gab es 105 Episoden - und in allen war David McCallum am Start. Außerdem kamen in Europa acht Spielfilme in die Kinos, die aus zusammengeschnittenen oder erweiterten Folgen der Serie bestanden.

Die Serie hat zwei Hauptfiguren: Napoleon Solo (Robert Vaughn) und Illya Kuryakin (David McCallum), die beide für die internationale Geheimdienstorganisation U.N.C.L.E. (United Network Command for Law Enforcement) arbeiten.

Der Spion Kuryakin ist ein geheimnisvoller und hochintelligenter Spezialist für Undercover‑Einsätze. Mitten im Kalten Krieg handelt es sich um eine der ersten russischen Heldenfiguren im US-Fernsehen. Der populäre Charakter entwickelt sich zum Fanliebling und zum Gesicht der Serie.

Die Rolle brachte für McCallum den internationalen Durchbruch - und er wurde als Sexsymbol gefeiert. Angeblich bekam der Schauspieler zeitweise mehr Fanpost als jeder andere TV‑Star der USA.

David McCallum und Robert Vaughn (v.l.) in einem der "Solo für O.N.C.E.L."-Filme von 1964.

Bild: IMAGO/Cola Images


1960er- bis 2000er-Jahre: Vertrautes Gesicht im Fernsehen

Nach dem Ende von "Solo für O.N.C.E.L." war McCallum zwar ein viel beschäftigter Schauspieler. Aber an den riesigen Erfolg seiner Rolle als Illya Kuryakin konnte er nicht mehr anknüpfen - bis später "Navy CIS" startete.

Anfang der 1970er-Jahre spielte er in der britischen Kriegsserie "Colditz" und hatte die Hauptrolle in der US-Serie "Der Unsichtbare". Ende der 1970er-Jahre war er zudem eine der Hauptfiguren in der Sci-Fi-Serie "Sapphire & Steel". Später trat er auch in einzelnen Episoden von Serien wie "Mord ist ihr Hobby", "Babylon 5", "Hart aber Herzlich" und "Law & Order" auf.

Kultstatus als Ducky in "Navy CIS"

Ein warmherziger, exzentrischer und höflicher Gentleman in altmodischer Kleidung, der mit den Leichen spricht, die er sezieren muss: Das ist in "Navy CIS" der Gerichtsmediziner Dr. Donald Horatio Mallard, genannt Ducky. Typisch sind seine langen Anekdoten aus Medizin, Geschichte oder von seinen Reisen. Geduldig und ruhig erklärt er während seiner Autopsien die Zusammenhänge. Oft liefert er die entscheidenden Hinweise für die Ermittlungen des NCIS-Teams um Leroy Jethro Gibbs (Mark Harmon).

Den Gerichtsmediziner Ducky verkörperte David McCallum ab der allerersten Folge von "Navy CIS" 2003. In 373 Episoden der Krimiserie nimmt sein Charakter forensische Untersuchungen vor. Damit ist Ducky eine der langlebigsten Figuren von "Navy CIS".

In 20 der 23 Staffeln war McCallum aktiv – bis zu seinem Tod mit 90 Jahren im Jahr 2023. Seit der 15. Staffel tauchte er aber aufgrund seines hohen Alters nicht mehr in jeder Folge auf.

"Navy CIS" und der exzentrische Brite Ducky machten den Schotten erneut zum Kultstar - über 30 Jahre nach seiner Rolle in "Solo für O.N.C.E.L.".

Die "Navy CIS"-Schauspieler:innen David McCallum, Michael Weatherly, Mark Harmon und Pauley Perrette (v.l.) posieren 2003 - damals feierte die Serie ihren Release.

Bild: IMAGO / UPI Photo


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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