"THILO MISCHKE. Trump - The greatest Realityshow"

Widerstand von Freiwilligen: Mit Patrouillen gegen ICE-Einsätze in den USA

Veröffentlicht:

von Claudia Frickel

Ein Mitglied einer freiwilligen Patrouillen-Gruppe filmt in den USA den Einsatz von ICE-Beamten mit seinem Handy. So werden andere über Soziale Netzwerke frühzeitig gewarnt.

Bild: ZUMA Press Wire


Migrant:innen ohne Aufenthaltserlaubnis leben in den USA in ständiger Angst vor der Einwanderungsbehörde ICE. Doch die Gegenwehr wächst - und US-Amerikaner:innen versuchen, Betroffenen beizustehen.

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THILO MISCHKE.

Bei "THILO MISCHKE." findest du spannende Reportagen und Dokumentationen. Die Dokuserie mit Investigativreporter Thilo Mischke recherchiert ausführlich über längerfristige Zeiträume zu spannenden Themen. Sie geht auf Spurensuche und behandelt dabei wichtige gesellschaftliche Fragen, die Deutschland bewegen.

Verfügbar auf Joyn

Ausschau halten nach ICE‑Fahrzeugen - um andere zu warnen

Frühmorgens im Süden von Los Angeles, wenn es noch dunkel ist, treffen sich Freiwillige mit Funkgeräten und patrouillieren. Sie halten Ausschau nach ICE-Beamten – täglich, seit Monaten. Das Ziel: Einsätze frühzeitig entdecken, per Video dokumentieren und andere warnen.

Während sie durch die Gegend fahren, suchen sie nach bestimmten Fahrzeugtypen, erzählt Ron Gochez. Er nimmt Thilo Mischke mit zu einem Einsatz und zeigt ihm, worauf er achtet: Getönte Frontscheiben sind verdächtig. Sind diese allerdings nass, handelt es sich nicht um ein ICE‑Auto - denn die stehen nachts in Garagen.

Und was passiert, wenn sie eines entdecken? Zuerst funken sie andere Freiwillige an und holen Unterstützung. Anschließend fordern sie die ICE-Beamten auf, abzuziehen. Zudem posten sie den Ort auf diversen Social-Media-Kanälen, um ihre Hunderttausenden Follower:innen zu informieren.

Zwei Stunden lang sind die Patrouillen jeweils unterwegs, "bis wir zur Arbeit müssen", erzählt Gomez, selbst Sohn lateinamerikanischer Einwanderer:innen. Obwohl das, was sie machen, nicht illegal ist, gefällt es den Behörden nicht:

Sie haben versucht, uns einzuschüchtern, es gab bereits Razzien und Festnahmen. Wir machen trotzdem weiter.

Ron Gomez, "Unión del Barrio"

Ron Gochez ist Sprecher von "Union del Barrio" in Los Angeles, einer Organisation, die sich für die Rechte von Einwanderern einsetzt.

Bild: IMAGO / NurPhoto


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Gomez gehört zur "Unión del Barrio", die die Einsätze organisiert. Die unabhängige politische Organisation gründete sich bereits 1981 und setzt sich für die Rechte von Migrant:innen ein. Nach eigenen Angaben hat Ron Tausende Freiwillige ausgebildet, die nun auf den Straßen der Stadt unterwegs sind.


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Schätzungen zufolge leben rund 14 Millionen Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus in den USA, viele davon seit Jahren. Sie arbeiten, zahlen Steuern - und haben nach US-Recht keine Chance, an ihrem Status etwas zu ändern.

Die US-Regierung will hart gegen sie durchgreifen. Allein im ersten Jahr von Trumps Amtszeit sollen 675.000 Menschen abgeschoben worden sein. Geht es nach Heimatschutzministerin Kristi Noem, sollen es sogar bald 3.000 Verhaftungen pro Tag sein.

Wie maskierte ICE-Beamte Menschen am Einwanderungsgericht in New York einschüchtern, wie Protestbewegungen sich gegen die Regierung wehren und wie die Patrouillen auf den Straßen ablaufen, siehst du in Thilo Mischkes Reportage "Trump - The greatest Realityshow".

ICE-Einsätze vor Schulen: Angst wird zum ständigen Begleiter

Die Freiwilligen von "Unión del Barrio" sind auch vor Schulen unterwegs. 2.000 Lehrer:innen hat die Gruppe ausgebildet. Einige davon organisieren eigene Schutzsysteme - so wie Ingrid Villeda und ihre Kolleg:innen. Sie wollen damit Kinder und ihre Eltern vor ICE-Razzien bewahren. Rund um das Schulgebäude stehen Freiwillige und beobachten die Straßen.

Die Lehrerin erzählt von einem Zugriff vor einer anderen Grundschule: "ICE-Agenten wollten ein Elternteil festnehmen, nachdem es sein Kind zur Schule gebracht hatte." Aber sie hatten keinen Erfolg: Die Lehrer:innen "waren vorbereitet", erinnert sie sich, während sie ihr Team per Funk koordiniert.

Die Betroffenen leben dennoch in ständiger Sorge. "Wir fürchten uns und sind angespannt", sagt eine Mutter zu Thilo Mischke. Jeder Gang zum Spielplatz wird für sie zum Risiko. Mit ihrem Mann hat sie einen Notfallplan geschmiedet: Ihr kleiner Sohn weiß, wo er hingehen muss, falls seine Eltern von ICE geschnappt werden.

Lehrerin Ingrid Villeda und ihre Kolleg:innen tun alles, um Kinder und Eltern zu beschützen und Widerstand zu leisten. Sie sagt:

Wir haben Angst, aber wir weigern uns, in Angst zu leben. Wir müssen standhaft bleiben.

Ingrid Villeda, Lehrerin

Für seine Reportage spricht Thilo Mischke außerdem mit überzeugten Trump-Fans, darunter Proudboys. Er trifft aber auch Kritiker:innen des Präsidenten und Menschen, die ins Visier der Regierung geraten - neben Migrant:innen unter anderem LGBTQI+-Angehörige und andere Minderheiten. Du kannst "THILO MISCHKE. Trump - The greatest Realityshow" am Montag, 2. März, um 20.15 Uhr auf ProSieben ansehen und zusätzlich auf Joyn streamen.


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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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