Das Ex-"Bravo-Girl"

Jasmin Gerat: Warum der "Tage, die es nicht gab"-Star nicht mehr moderieren will

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von teleschau

Jasmin Gerat ist seit Jahren als Schauspielerin gut gebucht.

Bild: Getty Images / Sebastian Reuter


Mit 16 war sie "Bravo-Girl", danach präsentierte sie fünf Jahre lang Musiksendungen. Heute ist sie längst als erstklassige Darstellerin in Film und TV etabliert. Jetzt spielt Jasmin Gerat in der zweiten Staffel der Serie "Tage, die es nicht gab" die Rolle der Inès. Das ist über die Schauspielerin bekannt.


"Ich frag mich immer wieder, wie viele Leben in ein Leben passen", gestand Jasmin Gerat kürzlich in der NDR-Sendung "DAS! Rote Sofa". Mit 16 schoss die gebürtige Berlinerin als "Bravo-Girl" ins Rampenlicht, moderierte im Anschluss eine Musiksendung nach der anderen. Mittlerweile zählt sie zu den gefragtesten deutschen Schauspielerinnen. Jasmin Gerat ist Mutter zweier Kinder und engagiert sich in der Hospizarbeit. Sie ist leidenschaftliche Boxerin, liebt die Natur und kann inzwischen sogar der kalten Jahreszeit etwas abgewinnen. Früher sei sie meistens "im Winter abgehauen, irgendwo in die Sonne, ganz weit weg. Aber mittlerweile liebe ich die Jahreszeiten."

Ab 4. Februar ist die Darstellerin in der zweiten Staffel der ARD-Serie "Tage, die es nicht gab" zu sehen.

Jasmin Gerat über viele Moderationsjobs: "Ich war leergespielt"

Vom Moderieren sei sie mittlerweile komplett weg, betont die Schauspielerin in "DAS! Rote Sofa". Der Kipppunkt kam für die Tochter eines türkischen Mannes und einer deutschen Frau Ende der 1990er. Nach fünf Jahren Moderation "war ich ein bisschen ausgebrannt", gesteht sie. "Ich habe vier Sendungen parallel gemacht, saß nur noch im Flieger, nur noch im Taxi." Klingt glamourös, war aber nicht das Leben der gebürtigen Berlinerin.

"Ich war irgendwann leergespielt", denn als Moderatorin habe sie sich hinter nichts verstecken können. Und sie habe bemerkt: "Ich muss noch meine Pubertät ein bisschen nachholen."

In ihrer Kindheit sei sie kein leichter Umgang gewesen, verriet Jasmin Gerat vor Jahren in einem Interview mit "Für Sie". "Ich war sehr schwierig, voller Energie und Gefühle. Ich wusste nicht, wohin mit meiner Kraft, und habe viel Mist gebaut." Als Kind konnte sie übrigens noch Türkisch sprechen, mittlerweile "leider nicht mehr".

Ihre Freund:innen schickten heimlich ihr Foto zur "Bravo"

Früh entdeckte sie dabei ihre Vorliebe für Flora und Fauna. "Die Tiere und die Natur haben mir geholfen, mich runtergeholt." Anfangs wollte Jasmin Gerat Tierärztin werden. Doch eine Aktion ihrer Freund:innen machte ihr einen Strich durch diese Rechnung. Sie schickten ohne ihr Wissen ein Foto von ihr an das Jugendmagazin "Bravo". Prompt wurde sie zum "Bravo-Girl" 1994.

Es folgte eine Karriere vor der Kamera. Jasmin moderierte Musiksendungen wie "Heart Attack", "Chartbreaker" und "Bravo TV". Von 1998 bis 1999 präsentierte sie an der Seite von Christian Ulmen die Show "MTV Alarm". Da hatte sie schon längst ihre Liebe zur Schauspielerei entdeckt. Ihr Debüt feierte Jasmin Gerat 1997 in der ZDF-Serie "First Love - Die große Liebe".

Schnell zeigte sich: Sie kann es. Ab 2000 stand sie 26 Folgen lang für die ZDF-Krimiserie "Küstenwache" vor der Kamera, im Anschluss spielte sie drei Jahre lang die Kriminalkommissarin Jale Beck in "SOKO Köln". Auch in Kinofilmen wie "Mädchen Mädchen 2", "Kokowääh" und "Kokowääh 2" ist sie zu sehen. Den Familienfilm "Tierisch verknallt" mit Jasmin Gerat in der Hauptrolle kannst du aktuell im kostenlosen Stream auf Joyn sehen.

Sieh Jasmin Gerat hier in der Familienkomödie

Jasmin Gerat liebt es, sich in ihren Rollen zu verstecken

Seit 2019 spielt die Darstellerin im "Kroatien-Krimi" die Ermittlerin Stascha Novak. Drei Jahre später folgte die erste Staffel der ORF-Serie "Tage, die es nicht gab". Darin ist sie als ehemalige Eliteschülerin Inès Lemarchal zu sehen, die schweren Herzens mit ihrem Sohn bricht.

Immer dabei: sehr viel Gefühl und Tiefgang. Jasmin Gerat mag es, sich in ihren Figuren zu verstecken. Und sich voll hineinzustürzen. "Ich muss mir das auch immer selber glauben, was ich spiele", sagte sie in "DAS! Rote Sofa". So auch im "Kroatien-Krimi", von dem es im Frühjahr neue Folgen gibt. Ermittlerin Novak hat neben ihrem Job auch mit ihrem Leben zu kämpfen, etwa mit einer heftigen Beziehungskrise. In dieser Rolle sei "alles drin, was zum Menschsein dazugehört". Es wäre für sie total langweilig, "nur die taffe Kommissarin zu spielen", so Gerat.

Jasmin Gerat privat: Familie, Sport und viel Natur

Über ihr Familienleben gibt Jasmin Gerat kaum etwas preis. Bekannt ist, dass sie zwei Töchter hat. Sunny Deva wurde 2007 geboren, ihre Schwester 2015. Deren Name ist nicht bekannt. Auch nicht der ihres Partners, des Vaters ihrer zweiten Tochter.

Gerat treibt sehr gerne Sport. Ihre große Leidenschaft ist das Boxen. Mittlerweile lasse sie es damit ruhiger angehen. "Ich laufe langsamer, und beim Boxen gebe ich nicht mehr so viel Vollgas. Aber ich brauche Sport, ich bin ein sehr körperlicher Mensch." Gerade habe sie Pilates für sich entdeckt, verriet sie kürzlich in "DAS! Rote Sofa".

Und wenn es die Zeit erlaubt, genießt sie die Natur. Und macht auch keinen Hehl daraus, dass sie gerne Bäume umarmt. "Die trotzen jedem Wetter, das finde ich eine große Inspiration." Paradoxerweise gebe ihr auch die Arbeit mit sterbenskranken Menschen viel Kraft. Jasmin Gerat machte 2009 eine Ausbildung als Sterbebegleiterin und engagiert sich seit Jahren als Botschafterin des Berliner Kinderhospiz Sonnenhof. "Ich finde es krass, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der es viel zu wenig Hospize gibt. Dass das Sterben nicht genauso gewürdigt wird wie das Leben."

"Ich habe diese blöde Macke, dass ich immer dahin gehen muss, wo meine Angst am größten ist"

Die Begleitung von todkranken Menschen nehme ihr nicht die Angst vor dem Sterben, aber Jasmin Gerat hält es für wichtig, sich ihren Gefühlen zu stellen. "Ich habe diese blöde Macke, dass ich immer dahin gehen muss, wo meine Angst am größten ist."

Die zweite Staffel von "Tage, die es nicht gab" wird ab Mittwoch, dem 4. Februar um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Es beginnt mit einer Doppelfolge. Die restlichen sechs Episoden laufen ab 5. Februar um 0:15 Uhr im Nachtprogramm der ARD. Zeitgleich sind die Folgen jeweils im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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