Blick hinter die TV-Fassade?
Emotionales Geständnis: Gil Ofarim spricht über die Folgen seines Skandals - "Sorge um meine Kids"
Aktualisiert:
von Rebecca ArltIm Dschungelcamp wird es persönlich: Gil Ofarim öffnet sich.
Bild: picture alliance / Geisler-Fotopress
Der Durchbruch gelang Gil Ofarim mit einer Foto-Lovestory in einer Jugendzeitschrift. Er wurde zum Teenie-Star mit englischsprachigen Pop-Songs. Doch die Karriere des Sängers kam 2021 durch einen Davidstern-Skandal zum Erliegen. 2026 wagt sich Gil zurück ins TV - als Teilnehmer im RTL-Dschungelcamp. Und sorgt damit erneut für Wirbel.
Karriere-Start durch Foto-Love-Story
Gil Ofarim wurde im August 1982 in München als Sohn des 2018 verstorbenen israelischen Musikers Abi Ofarim geboren. In den späten 1990er-Jahren wurde Gil dank einer Foto-Lovestory in der Jugendzeitschrift "Bravo" entdeckt, in der er einen Musiker darstellte. Mit englischen Popsongs wurde er damals zum Teenie-Star. 1998 landete er in Kanada mit "Let The Music Heal Your Soul" einen Top-10-Hit, danach tourte er drei Jahre lang durch Asien.
Im Juni 2003 trat er im Münchner Olympiastadion im Vorprogramm für die Rockband Bon Jovi auf, nachdem Jon Bon Jovi von einem Konzertveranstalter auf das Nachwuchstalent aufmerksam gemacht worden war.
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Auch in verschiedenen deutschen TV-Shows und Sendungen war er zu sehen. So spielte Gil 1998 in der Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (GZSZ) mit. 2012 nahm er an der Castingshow "The Voice of Germany" teil und kam dort bis ins Viertelfinale.
2017 gewann er an der Seite von Profitänzerin Ekaterina Leonova bei "Let's Dance". 2019 machte er bei "Das große Promibacken" mit.
Als Grashüpfer Zweiter bei "The Masked Singer". 2020 präsentierte er beim Rockradio Antenne eine eigene Radiosendung namens "Chilling In The Name". Im selben Jahr veröffentlichte er mit "Alles auf Hoffnung" sein erstes deutschsprachiges Rock-Album.
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Schlagzeilen wegen Davidstern-Skandals
Im Oktober 2021 sorgte Gil Ofarim für großes Aufsehen, als er in einem Video schwere Antisemitismus-Vorwürfe gegen einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels erhob. Der Sänger behauptete, der Hotelmitarbeiter habe ihn aufgefordert, seine Kette mit Davidstern abzulegen, um einchecken zu können.
Gil erstattete daraufhin Anzeige. Der Hotelmanager wies die Anschuldigungen zurück und zeigte den Musiker seinerseits wegen Verleumdung an. Es kam zum Gerichtsverfahren. Vor dem Landgericht Leipzig legte der Sänger im November 2023 am sechsten Verhandlungstag ein Geständnis ab.
Die Folgen des Skandals
Dabei räumte er ein, die Vorwürfe erfunden zu haben. Er sagte an den Hotelmanager gewandt: "Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen. Es tut mir leid.“ Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt. Gil Ofarim musste als Auflage 10.000 Euro zahlen.
Danach zog sich Gil Ofarim weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Im März 2025 gab er dem Magazin "Stern" ein Interview und bezeichnete sein Video, das den Antisemitismus-Skandal ausgelöst hatte, als "den größten Fehler meines Lebens". Zudem gab er an, er habe "acht Monate in einer psychiatrischen Tagesklinik verbracht - und zu viel getrunken".
Bühnen-Comeback vor 200 Menschen
Im April 2025 gab Ofarim nach dem Antisemitismus-Skandal sein Bühnen-Comeback. Er spielte ein Clubkonzert in Bochum vor rund 200 Menschen. Dabei trug er den Davidstern um den Hals. Den Skandal sprach er aber nicht direkt an.
Gil Ofarim: Ein Rückblick in Bildern

Rückkehr auf die Bühne nach Skandal
So kannte man den Musiker Gil Ofarim bis vor seinem Skandal: in Lederklamotten auf der Bühne. Langsam wagt er die Rückkehr in die Öffentlichkeit, wie hier im April 2025 mit seinem Programm "Korrektur der Zeit“ in Bochum.
Bild: Bernd Thissen/dpa

Cool und lässig mit Sonnenbrille: Gil Ofarim im Jahr 2021
Hier war seine Welt noch in Ordnung: Gil Ofarim mit breitem Lachen bei einer Filmpremiere.
Bild: BREUEL-BILD

Der berühmte Vater Abi Ofarim prägte Gil
Im Jahr 2002: Gil Ofarim mit etwas kürzeren Haaren mit seinem berühmten Vater und Mentor Abi Ofarim, der inzwischen verstorben ist.
Bild: Sven Simon

Bravo Love-Story: Gil wird schlagartig bekannt
In einer Foto-Love-Story der Jugendzeitschrift "Bravo" wird Gil Ofarim in den 90er-Jahren über Nacht bekannt.
Bild: POP-EYE
Neues Liebesglück mit Ehefrau Patricia
Im August 2025 heiratete der Musiker im Seeschloss Monrepos in Ludwigsburg seine Freundin Patricia. Es ist seine zweite Ehe. Von 2014 bis 2018 war er mit seiner heutigen Ex-Frau Verena Ofarim verheiratet. Aus dieser Beziehung hat er zwei Kinder: einen Sohn und eine Tochter.
Viel Kritik wegen Teilnahme am Dschungelcamp
Als bekannt wurde, dass der Musiker neben Eva Benetatou und Umut Tekin als Kandidat ins RTL-Dschungelcamp 2026 ziehen wird, wurde viel Kritik laut. Einige Mitstreiter:innen wollen dem Thema im Camp keine Bühne geben: "Wenn er mich im Dschungel darauf ansprechen würde, würde ich sagen: 'Ich verzichte lieber auf Sendezeit, als dass wir gemeinsam über dieses Thema noch einmal sprechen'", erklärte Schauspielerin Nicole Belstler-Boettcher. Auch Hardy Krüger jr. meint: "Ich denke mir meinen Teil, aber dieses Thema ist einfach sehr heikel und braucht eine ganz andere Plattform."
Nicole Belstler-Boettcher, die unter anderem durch ihre Rolle der Sandra Behrens in der ARD-Soap "Marienhof" bekannt wurde, äußerte sich vor dem Start in einem Interview mit "Bild" unmissverständlich zu ihrem zünftigen Dschungel-Kollegen.
"Wie er da gelogen hat, das finde ich ganz übel", sagte die Tochter von Schauspielerin Grit Boettcher. "Für mich sind das Sachen, die kann man nicht machen." Und weiter:
Man kann doch nicht lügen und riskieren, dass jemand seinen Job verliert.
Fan-Ablehnung auf Dschungel-Teilnahme und Gils Reaktion
Aber auch bei Fans der Show sorgte Gils Teilnahme für Kontroversen. Einige sprachen sogar von einem Boykott der Show.
Der Sänger selbst reagierte auf die Kritik von Außen: "Ich kann nicht in die Vergangenheit gehen und Dinge ungeschehen machen." Wie er im RTL-Interview weiter ausführte, möchte Gil "aufstehen und von vorne anfangen".
Verschwiegenheitserklärung? "Ich darf nicht darüber reden ..."
Schon zu Beginn des Dschungelcamps machte Gil Ofarim klar, dass er zu seinem Skandal keine Details preisgeben dürfe. "Ich darf nicht darüber reden. Jedes Wort, das ich sage, würde alles wieder neu aufrollen", erklärte er am ersten Tag des Camps.
Ofarim machte deutlich, dass für ihn eines immer Vorrang hat: seine Kinder. "Meine Kinder bedeuten mir alles. Und ich hätte sie wahrscheinlich … Ich darf nicht darüber reden", sagt Gil.
Grund für sein Schweigen sei laut Gil eine unterschriebene Verschwiegenheitserklärung, die den Sänger zusätzlich belaste und unter Druck setze.
"Ich habe sehr viele Ängste in Bezug auf meine Kinder", sagt der Musiker. "Wenn überall das Gesicht deines Vaters zu sehen ist und dann stehen fürchterliche Sachen über mich … Das ist nicht okay", ergänzt Gil nachdenklich. Die Sorge, seine Kinder schützen zu müssen, laste schwer auf ihm.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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