Reaktionen auf Vernau-Comeback
"So geht Krimi": Fans vergleichen Jan Josef Liefers' "Joachim Vernau: Der Schwarze Schwan" mit "Tatort"
Aktualisiert:
von teleschauAnwalt Vernau (Jan Josef Liefers) wacht in "Der schwarze Schwan" in einem Nachtclub auf und gerät unter Mordverdacht.
Bild: ZDF/Conny Klein
Von "entsetzlich" bis "fantastisch" - das TV-Comeback des Rechtsanwalts Vernau polarisiert die Zuschauer:innen. Einige feiern den Krimi als "Tatort"-Alternative, andere empfanden ihn als überdreht.
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+++ Update, 3. Februar 2026 +++
Boerne-Effekt und Berliner Techno: Das halten die Fans von "Joachim Vernau"
Männlicher, dünner, weniger jungenhaft als früher schlüpfte Jan Josef Liefers in der Folge "Der schwarze Schwan" in die Rolle des immer aus dem Ei gepellten Rechtsanwaltes Joachim Vernau. Tatsächlich soll der Schauspieler auch zehn Kilo leichter sein. Die Neuauflage wurde vielfach mit dem Tatort verglichen - und schnitt dabei überwiegend schlecht ab.
Noch tiefer als sein "Tatort"-Kollege Karow taucht Rechtsanwalt Vernau in "Der schwarze Schwan" bei seiner Täter-Suche ein in die Berliner Techno-Szene. Seine geschniegelte Art erinnerte dabei offensichtlich viele Fans an Liefers' überdrehte "Tatort"-Figur Professor Karl-Friedrich Boerne.
Mehrfach tauchen in den Facebook-Kommentaren Begriffe auf wie "Märchenstunde, unrealistisch wie der Münster-Klamauk", "komödienhaft" oder der Vorwurf, Liefers spiele "immer nur sich selbst".
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"Besser als der Tatort"
Zahlreiche Zuschauer:innen jedoch feiern die TV-Reinkarnation des Rechtsanwalts als spannenden, gut gespielten Krimi. Besonders häufig taucht dabei ein Tenor auf: Vernau funktioniert besser als der "Tatort".
Kommentare wie "@Tatort - so geht gute Krimiunterhaltung", "Hat mich nach dem Tatort Krampf von gestern entschädigt" oder "Ich hoffe, dass mancher Tatort Drehbuchautor zugeschaut hat" ziehen sich ebenso durch die Fan-Reaktionen wie das Lob für Liefers' gutes Spiel.
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+++ Ursprünglicher Artikel +++
Jan Josef Liefers als Joachim Vernau
Vielen ist Jan Josef Liefers vor allem als Professor Boerne aus dem "Tatort" Münster bekannt. Doch seit 2012 hat er mit Vernau eine zweite außergewöhnliche Krimifigur geschaffen: Der Anwalt, der selten abwartet, lieber selbst ermittelt und dabei mit feiner Ironie durch dunkle Milieus streift, basiert auf den Romanen von Elisabeth Herrmann. Nach acht Thriller-Fällen, die beim Publikum allesamt hervorragend ankamen, waren allerdings alle Buchvorlagen verfilmt.
Nach über zwei Jahren geht es nun dennoch mit einem neunten Film weiter: Erstmals basiert ein Vernau-Fall nicht auf einem Buch, sondern greift Motive aus mehreren Herrmann-Romanen auf. Regie führte in "Der schwarze Schwan" wie schon zuletzt Josef Rusnak, der auch das Drehbuch verfasste.
Vernau in Haft
Der Einstieg ist drastisch: Vernau erwacht verletzt neben einer Leiche, "auf dem salzig schmeckenden Linoleumboden eines Swingerclubs". Wie konnte er dahin gelangen? Woher rührt das Chaos um ihn? Und vor allem: Hat er etwas mit dem toten Clubbesitzer zu tun? Die Staatsmacht vermutet das. Vernau kommt in Untersuchungshaft und erzählt dort seiner Kollegin Marie-Luise Hoffmann (Stefanie Stappenbeck), wie alles begann.
Der Unternehmer Robert Halstenberg (Walter Kreye) hatte ihn beauftragt, seine seit 20 Jahren untergetauchte Tochter aufzuspüren. Juliane Halstenberg (Rike Schmid) befindet sich wieder in Berlin und behauptet, in düsteren Kreisen hoch verschuldet zu sein. Ob diese Geschichte stimmt, ist bald ebenso unklar wie Vernaus eigene Rolle in der Mordnacht.
Entlasten kann den Inhaftierten jedenfalls nur jene besagte Millionenerbin, die schon bald wieder verschwunden ist. Vernau, nach einigen absurden Wendungen auf freiem Fuß, begibt sich auf die Suche nach ihr und nach seiner Unschuld …
Nostalgischer Blick auf die 1990er-Jahre
In nostalgischen Rückblenden lebt die Berliner Techno-Szene jener Zeit auf, inklusive Loveparade-Aufnahmen und dem Gefühl grenzenloser Möglichkeiten. Damals war die Gesuchte eine gefeierte Figur der Szene.
Ein DJ namens Orion (Alexander Wipprecht) komponierte einst für sie sogar den titelgebenden Track "Der schwarze Schwan", der Techno mit klassischer Musik verbindet und Motive aus Tschaikowskys "Schwanensee" aufgreift. Der fiktive Hit, der das musikalische Zentrum des Films bildet, stammt in Wirklichkeit von Mario Grigorov, der für den Krimi elektronische Beats mit Piano- und Jazzklängen kombinierte.
"Der schwarze Schwan" wechselt spielerisch zwischen Milieuthriller, Gefängnis-Dramedy und 90er-Techno-Nostalgie. Auch wenn der Film tiefe Abgründe erforscht, nimmt er sich wie immer nicht übermäßig wichtig. Es ist ein ungewöhnlicher, humorvoller und stellenweise wilder Krimithriller, der Vernau in neuem Licht zeigt - und deutlich macht, dass Liefers zweite Paraderolle noch lange nicht auserzählt ist.
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Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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