Antiquitätenexperte im Porträt
"Bares für Rares"-Händler Thorsden Schlößner: So fiel er auf einen Fälscher herein
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von teleschauDer Kunstkenner Thorsden Schlößner ist vielseitig interessiert und zeigt seine Leidenschaft für Verrücktes bei "Bares für Rares".
Bild: ZDF/Frank W. Hempel
Seit Februar 2019 wirkt der gebürtige Dürener Thorsden Schlößner als Händler bei der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" mit. Vorher war er selbst lange Fan der Sendung. Trotzdem saß der Experte einmal einem Fälscher auf.
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"Mein Interessen- oder Verkaufsgebiet ist recht breit gefächert." So stellte sich Thorsden Schlößner im Februar 2019 auf Facebook den "Bares für Rares"-Zuschauer:innen vor. "Von den Römern über die Kelten, die alten Ägypter, Skulpturen, antike Uhren, Gemälde, vom Mittelalter bis hin in die klassische Moderne." Grundsätzlich findet der Rheinländer erst mal alles interessant. Er gehe gerne auf Flohmärkte, auf Antik- und Trödelmärkte und besuche auch Kunstmessen.
Seit mehr als 30 Jahren ist Thorsden Schlößner im Kunst- und Antiquitätenhandel tätig. Er betreibt ein Ladenlokal in Kreuzau bei Düren, etwa 40 Kilometer östlich von Aachen. Dort handelt er mit vielen verschiedenen Objekten, von Designklassikern über Gemälde bis hin zu dekorativen Einrichtungsunikaten. Für Interessierte bietet er auch eine traditionelle handwerkliche Restauration der Stücke an. Darüber hinaus ist der 63-Jährige als Sachverständiger tätig.
Thorsden Schlößner hat "schon die tollsten Sachen in Müllcontainern gefunden"
Nach seinem Schulabschluss war der Dürener zunächst in anderen Sparten unterwegs: Er absolvierte erst eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, um danach noch Tischlermeister zu lernen. Schon früh interessierte er sich aber auch für Antikes. Diese Leidenschaft ließ ihm keine Ruhe.
So wagte Thorsden Schlößner vor gut 30 Jahren den Schritt in den Kunst- und Antiquitätenhandel. Und hat diesen nie bereut. "Es macht einfach Freude, der Umgang mit den Menschen, das Verkaufen, Spaß haben. Ich bin wie ein Schwamm und sauge das mit Begeisterung auf." Immer wieder faszinierend sei, was es noch zu entdecken gibt. "Ich selber habe bei Wohnungsauflösungen schon die tollsten Sachen in Müllcontainern gefunden", verriet der Händler 2022 in den "Aachener Nachrichten".
Das "Bares für Rares"-Team auf einen Blick
"Bares für Rares"-Fan: Thorsden Schlößner sieht die Sendung "auch zu Hause sehr gerne"
Dass sich die Zuschauer:innen für den Wert alter Gegenstände sensibilisieren, sei ein großes Verdienst von "Bares für Rares", so Schlößner. Die Sendung trage dazu bei, dass die Menschen nicht mehr alles, was sie auf Dachböden und in Kellern finden, achtlos wegwerfen. Er selbst sehe die Show "auch zu Hause sehr gerne", verriet er nach seinem Einstieg - auch, "weil mir das Format sehr gut gefällt und ich mag, wie Horst Lichter die Sendung moderiert".
So war es für Thorsden Schlößner fast logisch, sich von sich aus bei "Bares für Rares" zu melden. Am 13. Februar 2019 war es dann so weit: Er stand das erste Mal am Händlertisch der Show. Der Rheinländer punktet im Format mit seiner Neugier und seinem vielseitigen Interesse, aber auch mit seiner großen Erfahrung. So kann er den Wert der angebotenen Gegenstände in der ZDF-Show schnell beurteilen: "Wenn ein Kunde zu mir in den Laden kommt und mir ein Objekt anbietet, muss ich ja auch recht schnell wissen, was es mir wert ist und bestenfalls, ob ich einen Sammler oder Kunden kenne, dem es gefallen könnte."
Allwissend sei er indes noch lange nicht, räumt Thorsden Schlößner ein. "Interessant finde ich auch für uns Händler, voneinander zu lernen, weil wir alle gewisse Fachbereiche haben und viele Objekte auch hier auf den Tisch kommen, die nicht unbedingt zu meinem Fachgebiet zählen."
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Schon zweimal griff der Händler ins Klo
Auch Irrtümer sind für den langjährigen Kunst- und Antiquitätenexperten nicht auszuschließen. In einem Rückblick innerhalb der Show erzählte Schlößner im Jahr 2023 von einer Silberdose, die er für 500 Euro erworben hatte – und die sich im Nachhinein als nicht mehr reparabler "Totalschaden" erwies. Das Stück war so oft mit Zinn repariert worden, dass eine Restaurierung 2.500 Euro gekostet hätte.
Noch krasser auf die Nase fiel Thorsden Schlößner außerhalb der Sendung. Er erwarb für mehrere 10.000 Euro Kunstwerke, die sich als Fälschung entpuppten. Wie er im März 2022 auf Instagram erzähle, sei er einem professionellen Fälscher aufgesessen, der in den 1980er-Jahren bereits eine Gefängnisstrafe verbüßt hatte. "Heute sitzt er auch wieder im Gefängnis, und das ist auch gut so", erzählte Schlößner. Sein Geld war allerdings futsch.
"Mein echt verrücktester Kauf": eine riesengroße Spielfigur
Dass Schlößner bei den angebotenen Stücken keinerlei Berührungsängste hat, beweist er immer wieder. So sicherte er sich 2020 für 1.700 Euro eine fast 50 Jahre alte Gibson-Gitarre. Der Gegenstand, den der Händler selbst für seinen verrücktesten Kauf hält, ist eine rund 2,50 Meter große Spielfigur. Der futuristische Krieger sei eine Figur aus dem Spiel "Warhammer 40.000", wusste Experte Sven Deutschmanek im Mai 2020.
Thorsden Schlößner war fasziniert - und sicherte sich den knallroten Giganten für 1.100 Euro. "Ich finde den unheimlich schräg, und dafür muss man einen Verrückten finden, der daran Spaß hat", so sein Kommentar. Ob ihm das gelungen ist, ist nicht bekannt.
Dass es in seinem Beruf nicht immer um Profit geht, bewies der Kunsthändler im Mai 2023. Bei einer Privatperson in Krefeld hatte er einen antiken Stein gefunden. Wie sich herausstellte, stammte das Stück aus dem Jaguar-Tempel in Chichén Itzá, einer historischen Maya-Ruinenstätte auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Schlößner zögerte nicht und übergab das Artefakt kurzerhand dem mexikanischen Konsulat in Frankfurt. Kostenlos, versteht sich.
Der "Bares für Rares"-Händler privat: reisen, reisen, reisen
Über den Privatmenschen Thorsden Schlößner ist wenig bekannt. Ein Blick auf sein Instagram-Profil zeigt: Er reist für sein Leben gerne - von Schottland bis Ägypten, von Thailand bis Tahiti. Fasziniert ist der Händler von den Lehren des indischen spirituellen Meisters Sri Sri Ravi Shankar. Seinen Familienstand hat der Rheinländer bislang aus der Öffentlichkeit ferngehalten. Bekannt ist nur, dass er einen Sohn namens Philipp hat.
"Bares für Rares" läuft von montags bis freitags um 15:05 Uhr im ZDF. Die neuen Folgen sind dann jeweils zeitgleich im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.
Hier kannst du den Händlern zusehen:
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.
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