Das hat sich bei der Trödelshow seit 2013 verändert

"Bares für Rares": Neuer Vorspann - doch dieses Detail blieb erhalten

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von teleschau

Selten um einen launigen Spruch verlegen: Seit mehr als zwölf Jahren präsentiert Horst Lichter die Show "Bares für Rares".

Bild: ZDF


Das Konzept der ZDF-Show "Bares für Rares" ist seit mehr als zwölf Jahren dasselbe. Dennoch gab es einige Auffrischungen, unter anderem bei Kulisse und Intro. Was kaum jemand bemerkt hat: Ein Gegenstand hat die Überarbeitung im Vorspann "überlebt".

Am 3. August 2013 fiel der Startschuss zu einer der erfolgreichsten Nachmittagsshows im deutschen Fernsehen. Anfangs noch bei ZDFneo versteckt, läuft die Trödelshow "Bares für Rares" seit Oktober 2014 im ZDF. Und lockt im Durchschnitt von montags bis freitags rund eineinhalb Millionen Menschen an die TV-Bildschirme.

Gut zehn Jahre später, am 20. Januar 2025, präsentierte Moderator Horst Lichter die Show "runderneuert". Dekoration, Händlerraum und Farbkonzept zeigen sich in einem neuen und frischen Look. Details wie eine stylishe Wendeltreppe oder ein riesiger Kronleuchter peppten die Optik auf. Auch das kultige Intro mit den grafisch dargestellten Raritäten ist nun digitalisiert. Die gezeigten Gegenstände sind ebenfalls alle neu. Oder vielmehr fast alle.


"Bares für Rares": Neuer digitaler Vorspann - mit einem alten Bekannten

Zuvor sahen wir jahrelang eine Collage, die von einem schicken Cabrio dominiert war: einem roten Austin Healy 100-6 aus den späten 1950ern. Dazu wurden unter anderem ein altes schwarzes Wählscheiben-Telefon, eine antike Standuhr und eine grüne Handtasche gezeigt. In der digitalisierten Fassung schweben nun ein hellblauer Fiat 500, eine E-Gitarre, ein Game Boy und einiges mehr ins Bild.

Erhalten geblieben ist den Zuschauer:innen ein Actionheld. Denn eine He-Man-Figur ist sowohl in der alten als auch in der neuen Fassung dabei. Warum ausgerechnet die muskelbepackte Mattel-Figur das Refreshment überlebt hat, wird wohl das Geheimnis der "Bares für Rares"-Macher:innen bleiben.

Ein Detail aus der Anfangszeit sorgte für Misstrauen - und verschwand "heimlich"

Schon lange nicht mehr zu sehen sind Menschen, die reihenweise Schlange stehen, um ihre Schmuckstücke zu präsentieren und darauf hoffen, eine Händlerkarte zu bekommen. Anfangs hatten die Expert:innen zu Beginn der Sendung alle Hände voll zu tun, um die Wünsche abzuarbeiten. Ob es sich bei diesen Menschen wirklich jeweils um potenzielle Verkäufer handelte, darüber wurde Anfang 2018 heftig diskutiert.

"Wo die herkommen, weiß ich nicht", sagte ein ehemaliger "Bares für Rares"-Experte damals der "Bild". Dieser Part sei "gestellt", so der Goldhändler Ahmed Abou-Chaker. Das ZDF dementierte zunächst, dass es sich um Kompars:innen handele. Später räumte der Sender jedoch ein, dass bei bestimmten Kamera-Einstellungen auch Statist:innen zu sehen seien. Und, dass die Menschenaufläufe nicht in jeder Sendung vorkämen.

Vielmehr hätte das Produktionsteam auf Aufnahmen der öffentlichen Schätz-Tage zurückgegriffen. Bei diesen Anlässen kamen bis zu 250 Menschen in das Walzwerk in Pulheim. Stefan Unglaube, der Ansprechpartner beim ZDF für "Bares für Rares", betonte jedoch: Die in der Schlange stehenden Menschen wurden zwar im Vorfeld einem Casting unterzogen, bekamen aber auch alle eine Begutachtung ihrer Raritäten.

Mittlerweile sind die Aufnahmen von Menschenmengen im Walzwerk längst Geschichte. Als es im Zuge der Corona-Pandemie einige Umstrukturierungen gab, wurde dieser Teil des Vorspanns eingemottet. Das ZDF stellt klar: "Inzwischen wird ohne Komparsen gedreht, in Wiederholungen können sie aber nach wie vor zu sehen sein."

"Bares für Rares" in Corona-Zeiten: Einzeltische und Abstand für die Händler:innen

Zu Beginn der Covid-Pandemie im Frühjahr 2020 musste auch die ZDF-Trödelshow ihre Produktion aussetzen. Am 21. Juni 2020 nahm das Team jedoch den Betrieb wieder auf. Unter strengen Auflagen. So wurden im Händlerraum Einzelpults mit Glaswand aufgestellt, sodass ein Abstand von 1,50 Metern untereinander eingehalten wurde. Das Verkabeln mit Mikrofonen musste jede:r für sich selbst übernehmen.

Händler Daniel Meyer betonte zudem: "Kein Anfassen ohne Handschuhe! Vorher sind die Hände desinfiziert worden. Nach dem Ausziehen werden die Hände wieder desinfiziert." Er hatte sich sogar Sicherheitsglas in seine Schutzbrille einbauen lassen. "Jetzt kann es losgehen." Moderator Horst Lichter fügte in seiner launigen Art hinzu: "Die Händler haben die Portemonnaies voller Geld, und hier ist alles klinisch sauber, Desinfektionsmittel ausreichend vorhanden, Abstand wird gewahrt, und die Kohle bleibt die gleiche."


"Bares für Rares" in mehr als zehn Ländern adaptiert

Mittlerweile sind weit über 2.000 Episoden der beliebten Trödelshow gelaufen. Ein Ende ist nicht abzusehen. Im Gegenteil: Das Konzept geht um die Welt. In mehr als zehn Ländern, darunter Marokko, Ungarn und Griechenland, wurde es inzwischen adaptiert. Und hat dabei so klangvolle Namen wie "Affaire conclué" (Frankreich) oder "Cash or Trash" (Niederlande).

Dazu gibt es mittlerweile mehrere Spin-offs von "Bares für Rares". 24-mal lief etwa das Special "Lieblingsstücke" über den Äther, 22-mal die "Händlerstücke" und 4-mal "Sammlerstücke". Bereits 32 Episoden gibt es von der Prime-Time-Ausgabe "Deutschlands größte Trödelshow". Im Jahr 2025 wurde dreimal "Bares für Rares XXL" ausgestrahlt. Sogar zwei Weihnachtsspecials mit dem Titel "Der 'Bares für Rares'-Weihnachtsabend - mit Horst Lichter und Freunden" wurden produziert.

Wobei es fairerweise festzuhalten gilt: Ganz neu ist die Idee zu einer Trödelshow nicht. Dieser Ruhm gebührt auf Deutschland bezogen eher der Sendung "Kunst und Krempel", die seit 1985 im Bayerischen Fernsehen läuft. Sogar der RTL2-"Trödeltrupp" ist mit Baujahr 2009 vier Jahre älter als "Bares für Rares". Was der Beliebtheit des ZDF-Formats jedoch keinen Abbruch tut.

Klar, dass sich in zwölfeinhalb Jahren auch beim Personal einiges geändert hat. So sind im Laufe der Jahre einige Händler:innen ausgestiegen, und immer wieder gibt es neue Gesichter. Aus den Anfängen der Show sind mit Walter Lehnertz, Wolfgang Paurisch und Fabian Karl immerhin noch drei dabei.

Die reguläre Show "Bares für Rares" wird täglich von montags bis freitags um 15:05 im ZDF ausgestrahlt. Zur selben Zeit sind die jeweiligen Episoden im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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