Tod auf der Bühne

An diesem besonderen Ort entstand der neue Kölner "Tatort"

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von teleschau

Ehrfurchtvolles Staunen: Freddy Schenk (Dietmar Bär, links) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) ermitteln im neuen "Tatort: Die Schöpfung" an der Großbaustelle Kölner Oper.

Bild: WDR/Thomas Kost


Seit 2013 wird die Oper Köln aufwendig saniert. Rund ein Jahr vor der ersehnten Fertigstellung wurde der 1957 eingeweihte Riphahn-Bau nun zum heimlichen Helden eines "Tatorts": "Die Schöpfung", der 94. Fall der Kölner Kommissare Ballauf und Schenk, wurde hier gedreht.


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Dietmar Bär ist seit 1997 "Tatort"-Kommissar. Doch der Fall, in dem er im neuen Kölner Krimi-Ableger ermittelt, hinterließ selbst den erfahrenen Mimen begeistert: "Egal, mit welcher Oper dieses wunderbare, alte, neue Haus seine Wiedereröffnung feiern wird - wir drei waren die ersten hier on Stage!" Bär meinte damit seine "Tatort"-Kollegen Klaus J. Behrendt (als Kriminalhauptkommissar Max Ballauf) und Stephan Grossmann. Letzterer spielt im 94. Fall der Kölner "Tatort"-Legenden den Opernintendanten Darius Henning.

Und zu all dem Renovierungsstress an der Oper Köln bekommt er noch ein weiteres schreckliches Problem dazu: Während der letzten Probe zur Premierenvorstellung von Haydns "Die Schöpfung" wird in der noch gar nicht wiedereröffneten Oper - mitten auf der Bühne - eine Mitarbeiterin der Requisite tot aufgefunden - sie trägt ein Kleid aus dem Kostümfundus. Ihr Körper wurde drapiert - wie für eine Opern-Inszenierung. Das Opfer, Elli Zander (Ines Lutz), war Rüstmeisterin und als solche auch Herrin "der siebten Kammer", in der auch die Waffenattrappen gelagert sind. Wie sich zeigt, wurde Zander mit einer Waffe aus exakt diesem Fundus erschossen.

Wer ist das mordende "Phantom der Kölner Oper"?

Für Schenk und Ballauf entwickelt sich der Fall schnell zu einem Stoff, aus dem Opern-Dramen gestrickt sein könnten. Denn obwohl Zander als überall beliebt galt, gibt es recht schnell jede Menge Verdächtige und Motive. Eine erste Spur führt die Hauptkommissare Max Ballauf und Freddy Schenk zum Countertenor David Deycks (Marcel Jacqueline Gisdol). Doch er ist unauffindbar.

Ballauf und Schenk bemerken schnell, dass unter der glamourösen Oberfläche des Opernbetriebs allerlei Rivalitäten und Konflikte lauern. Alle stehen unter dem Druck, beständig Höchstleistungen abliefern zu müssen, bei miserabler Entlohnung. Dazu die Ungewissheit über die Zukunft des Hauses: Wann können sie endlich ins renovierte Stammhaus zurückkehren? Intendant Darius Henning ist keine große Hilfe, denn er will partout nicht verstehen, dass Mordermittlungen sogar Vorrang vor der Premiere einer Oper haben sollen. Eva Krüger, die offiziell Elektrikerin im Bühnenbetrieb ist, gleichzeitig aber auch den Umzug ins renovierte Stammhaus managen soll, scheint dagegen nichts aus der Ruhe bringen zu können. Oder ist ihre Coolness nur Fassade?

Die Suche nach dem "Phantom der Oper" wird immer hektischer. Denn es bleibt nicht bei einem Opfer. Neben der Stammmannschaft mit Tinka Fürst als KTU-Chefin Natalie Förster und Joe Bausch als Rechtsmediziner Dr. Roth wirken in "Die Schöpfung" unter anderem Katja Bürkle, Hannah Schiller, Mareile Blendl, Dagmar Operskalski, Bettina Engelhardt, Aljoscha Stadelmann, Judith Engel und Jens Kipper in Gastrollen mit.

Dietmar Bär über die neue Oper Köln: "Wir waren zuerst da!"

Natürlich sind Ballauf und Schenk und ihr eigenwilliger Assistent Jütte (Roland Riebeling) die Helden des neuen "Tatorts", der am Sonntag, 11. Januar, ab 20:15 Uhr im Ersten und über den Livestream auf Joyn zu sehen ist. Der heimliche Hauptdarsteller aber ist die Großbaustelle der neuen Oper Köln. "In raffinierter Weise kombiniert dieser Sonntagskrimi die fokussierte Film- mit der opulenten Opernästhetik und wagt dabei einen lehrreichen wie unterhaltsamen Blick hinter die Kulissen des großen Bühnenbetriebs, hinein in jene Gewerke, die das Publikum normalerweise nicht zu sehen bekommt", lobte "Tatort-Fans.de".

Gedreht wurde vom 29. August bis zum 30. September 2024 an Originalschauplätzen und somit nicht nur an der weiterhin im Umbau befindlichen Opern-Stammhaus am Offenbachplatz, sondern auch an der Interimsspielstätte im Staatenhaus am Rheinpark auf dem Messegelände in Köln-Deutz. Die Premiere der insgesamt 1325. "Tatort"-Episode erfolgte am 12. Oktober 2025 auf dem Film Festival Cologne.

Für die Kölner ist der Umbau des nach dem Architekten Wilhelm Riphahn benannten Bau das, was für die Hamburger die Elbphilharmonie und für die Berliner der neue Flughafen ist: ein Projekt, das wegen ausufernden Bauzeiten und gesprengter Kosten Schlagzeilen machte. Seit 2013 wird in Köln saniert. Eigentlich sollten die Arbeiten schon 2015 abgeschlossen sein. Mittlerweile verkündete die Bürgermeisterin die Neueröffnung der neuen Oper für September 2026. Im März wurde berichtet, dass die zu erwartenden Kosten von ursprünglich geschätzten 253 Millionen Euro auf über 1,5 Milliarden Euro steigen dürften - beinahe doppelt so viel, wie die Hamburger Elbphilharmonie am Ende kostete.

Aber: Wann (und mit welcher Oper) auch immer die neue Oper wieder ihre Pforten öffnet - Freddy Schenk war zuerst da!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.


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